1. Treffpunkt um 9:00 Uhr, Parkplatz Denn‘s BioMarkt, gegenüber dem Alten OEG-Bahnhof, Weinheim
2. Treffpunkt um 9:30 Uhr, Parkplatz „Gasthof zur Rose“ in Oberflockenbach, Großsachsener Straße 20, 69469 Weinheim
Tourverlauf: Oberflockenbach – Ursenbach – Naturfreundehaus Schriesheimer Hütte – Ferienlager Saatschule – Leichtweg – Atzelbachtal – Steinberg – Oberflockenbach
Länge ca. 16 km, Aufstieg/Abstieg 500 hm
Abschlussrast: „Gasthof zur Rose“ ca. 15:30 Uhr, sonst Rücksackverpflegung
Die Wanderung führt Hans Schlabing, Tel. 06201 33 156
Gäste sind sehr herzlich willkommen. Festes Schuhwerk ist erforderlich, Wanderstöcke sind empfehlenswert.
Höhepunkte
Oberflockenbach – ein lebendiger Höhenort mit Geschichte – wurde erstmals 1012 als „Vicus Floki“ erwähnt (damit kann allerdings auch Unterflockenbach gemeint gewesen sein) und liegt malerisch zwischen Tälern und Höhen, umgeben von Wiesen, Feldern und Wald auf einer Höhe zwischen 230 und 525 Metern. Der Ort verfügt über ein überraschend vielseitiges Zentrum mit traditionsreichen Gebäuden wie der Alten Schule von 1913 und dem Alten Rathaus, das heute als Zweigstelle der Weinheimer Stadtverwaltung dient. Kleine Geschäfte und liebevoll renovierte Fachwerkhäuser prägen das Ortsbild. Zur Gemeinde gehören außerdem Steinklingen und Wünschmichelbach mit dem Weiler Daummühle. Heute leben hier rund 2.300 Menschen – ein aktives Dorf mit Schule, Kindergarten, Kirchen, engagierten Vereinen und einer guten Anbindung an Weinheim, zu dem Oberflockenbach seit 1972 gehört.
Der Leichtweg – historisch vom „Leich(en)weg“ abgeleitet – war früher der Weg, über den Verstorbene aus Hilsenhain und dem gesamten heutigen Oberflockenbach mit dem Fuhrwerk nach Leutershausen zur Beerdigung gebracht wurden. Das war so bis zum Bau der Kirche in Heiligkreuz im Jahr 1241, ab dem der dortige Friedhof die Toten aufnahm.
Heute dient der Leichtweg als Wanderweg und wird beispielsweise in Routen über die Ursenbacher Höhe und am Naturfreundehaus Schriesheimer Hütte vorbei genutzt.
Ursenbach (326 m) wurde von den Herren von Hirschberg-Strahlenberg gegründet und 1316 erstmals als „Orsenbach“ urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte zunächst zur Kurpfalz, ab 1803 zu Baden und wurde im Zuge der Gemeindereform am 1. Januar 1973 nach Schriesheim eingemeindet.
Heute leben rund 160 Einwohner in Ursenbach. Ursprünglicher Haupterwerbszweig war die Landwirtschaft, die inzwischen nur noch im Nebenerwerb betrieben wird.
Berühmtester Bürger des Ortes war Helmut Fath (*24. Mai 1929; †19. Juni 1993), zweifacher Motorrad-Weltmeister in der Gespann-Klasse. Am Alten Rathaus erinnern eine Gedenktafel sowie ein schöner überdachter Rastplatz an ihn. Dort findet sich auch ein Hinweis auf den Landkreis Mannheim, zu dem Ursenbach bis 1973 gehörte.
Das Naturfreundehaus Schriesheimer Hütte im Weiten Tal, nahe dem Steinberg, ist ein ehrenamtlich geführter Gastronomiebetrieb und von April bis Oktober bewirtschaftet. Es dient als Begegnungs- und Informationsstätte im Schriesheimer Wald und verfügt über 15 Betten, eine große Auswahl an Speisen und Getränken zu sehr moderaten Preisen, eine Terrasse sowie eine Spielwiese.
Alles ist auf Nachhaltigkeit und Erschwinglichkeit ausgerichtet – hier „schaffen“ echte Idealisten.
Das Ferienlager Saatschule ist das kommunale Sommerferienlager der Gemeinde Hirschberg und befindet sich auf einer gleichnamigen Lichtung im Hirschberger Gemeindewald. Seit 1973 verbringen hier Kinder die ersten zwei Wochen der Sommerferien.
Geleitet wird die Saatschule von der kommunalen Jugendarbeit – in diesem August mit 170 Kindern und 40 Betreuern.
Der Steinberg bei Oberflockenbach ist 428 m hoch und besteht überwiegend aus rötlichem Granit mit Quarz, Feldspat und Glimmer. Diese Färbung führte zur Bezeichnung „Odenwälder Reichsgranit“. Während des Dritten Reiches zeigte auch Albert Speer Interesse an dem Gestein.
Geologisch bemerkenswert sind zudem ein Mylonit und Lamprophyrgänge. Wirtschaftlich bedeutsam wurde jedoch nur der Granitabbau, der nach 1871 einsetzte. Da vor Ort niemand Granit gewinnen oder bearbeiten konnte, kamen – wie schon in römischer Zeit – zahlreiche Fachkräfte aus Italien, zeitweise rund 200 Personen pro Saison. Aus anfänglichen Vorbehalten im Ort wuchsen bald Zuneigung, Freundschaft und noch mehr, wie heute noch einige Erinnerungsstücke bezeugen. Der Steinbruch der Familie Cestaro lief bis etwa 1972. Adam Cestaro war von 1948 bis 1972 Bürgermeister, eine Straße trägt seinen Namen.
Übrigens liegt direkt jenseits der Ursenbacher Höhe noch ein zweiter Steinberg (445 m), über den der Leichtweg direkt führt.





