Durchführung von Kursen im DAV Kletterzentrum Weinheim

In unserem Sektionszentrum finden viele Kurse statt. Vom Theorieabend in der Wintersaison über Kletterkurse am Turm und der Jakobswand bis hin zu Klettersteigausbildung, Standplatzbau und Spaltenbergung.

Damit alle Kursleiter*innen Zugang zum Gelände, zur Boulderhalle, der Hütte und dem Ausbildungsmaterial haben, gibt es einen speziellen Ausbildungsschlüssel. Dieser ist in einen eigenen Schlüsseltresor deponiert, der neben dem OD-Schlüsseltresor montiert ist. Eine kurze Anleitung für den Zugang zum Gelände und die Bedienung der Alarmanlage gibt es hier:

Den aktuellen Code für den Schlüsseltresor bekommt ihr von mir. Falls ich das vergesse, rechtzeitig bei mir nachfragen walter.knapp@dav-weinheim.de oder 01714701678. Bitte nicht den OD-Schlüssel benutzen!

Wenn ihr euren Kurs außerhalb der öffentlichen Kletterzeiten durchführt, ist es sinnvoll, während eurer Vorbereitungszeit die Gittertür zwischen Parkplatz und Geländezugang wieder zu schließen, damit ihr in Ruhe aufbauen/Material richten könnt, ohne dass spontanes Publikum einfach mal so auf das Grundstück spaziert. Denkt dann natürlich dran, rechtzeitig zu Kursbeginn die Tür wieder für eure Teilnehmer*innen zu öffnen 😉

Wenn sich eure Kurszeiten ganz oder teilweise mit Kletter-Öffnungszeiten überschneiden, sprecht euch vor Ort mit dem zuständigen Ordnungsdienst ab, damit dieser ggfs. die Besucher*innen über Einschränkungen informieren kann (zeitweise Sperrung Sonnenplatte wegen Klettersteigkurs beispielsweise).

Im Kletterturm stehen zwei Alukisten mit Ausbildungsmaterial. Informationen dazu gibt es separat auf der Seite Ausbildungmaterial

Info zu Kletterkursen mit DAV Kletterschein: Hier wird an einer Lösung gearbeitet, wie die Kursleiter*innen an die Broschüren und Kärtchen kommen, auch wenn die Geschäftsstelle einmal länger nicht besetzt ist.

Kurse und Touren in Yolawo verwalten

Übungsleiter*innen, die in der laufenden Saison Kurse oder Touren anbieten, erhalten einen Übungsleiter*innenzugang zu Yolawo. Damit könnt ihr die wichtigsten Funktionen selbst verwalten, so z.B. die Teilnehmer*innen per Mail kontaktieren, die Anwesenheit bei den Terminen abhaken ohne eine ausgedruckte Liste zu benötigen, oder Termine absagen, wenn ihr krank seid oder aus anderen Gründen ausfallt.

Wer von mir einen Zugang bekommen hat (erkennbar an der Einladungsmail von Yolawo), kann über den Browser auf die persönliche Übungsleiter*innenseite zugreifen. Diese erreicht ihr über den Link go.yolawo.de sowohl am Rechner daheim als auch über den Browser auf dem Smartphone. Ein Erklärvideo und die Übersicht über die Funktionen des ÜL-Zugangs findet ihr hier auf der Support-Seite von Yolawo.

Wenn eins eurer Angebote nicht in eurem ÜL-Zugang erscheint, schreibt mir bitte eine Nachricht, denn dann habe ich vermutlich noch nicht die entsprechende Freigabe für euch erteilt.

Bericht: Maiwanderung 2026 – Rund um die Starkenburg

Im sonnigen Mai durch Wald, Wiesen und Weinberge

Der sprichwörtlich sonnige Mai brachte unserer Wandergruppe mit Richard Rothermel an der Spitze tatsächlich viel Sonne ohne einen Topfen Regen und lag auch mit der Temperatur genau richtig. Am Anfang gab es eine kleine Schaukelpartie für alle, die vielleicht noch nicht ganz wach waren: Das Sträßchen zur Starkenburg in Heppenheim ist von unten bis ganz oben mit alten Steinen gepflastert und mit der Zeit etwas wellig geworden, es empfiehlt sich eine gelassene Fahrweise. Trotzdem waren alle 24 TeilnehmerInnen pünktlich oben am Parkplatz in Sichtweite der Sternwarte.

Die „Starkenburg – Sternwarte“ wird laut ihrer Homepage von etwa 160 Mitgliedern betrieben und bietet viele Veranstaltungen für Groß und Klein, von Beobachtungsabenden über Kurse bis zu Vorträgen.

Viel länger als die Sternwarte mit ihren Hobbyastronomen trägt der 294 Meter hohe Schlossberg die Starkenburg auf seinem Buckel, nämlich seit dem Jahr 1065. Die Burg gehörte dem Kloster Lorsch (gegründet etwa im Jahr 764) und nahm bei Gefahr dessen Mönche auf. Im Früh- und Hochmittelalter war das Kloster sehr mächtig und sehr reich, nach einer langen Zeit des Niedergangs wurde es 1564 aufgehoben. Die Starkenburg existierte dagegen deutlich länger, sie wurde nie erobert, allerdings 1765 verlassen und verfiel anschließend. 1768 wurde der Bergfried durch einen Blitzschlag schwer beschädigt und schließlich 1924 wegen Baufälligkeit gesprengt. Der 1930 gebaute neue Bergfried grüßt stolz weit in die Rheinebene hinein, umgekehrt ist von dort aus die Aussicht auch sehr gut. Auch die Reste der mittelalterlichen Burg sind sehenswert, darunter die Wehrtürme in der Burgmauer. In den Jahren der Herrenlosigkeit sind – wie anderenorts auch – viele der wohlbehauenen Steine der Burg einer Zweitverwendung in der Umgebung zugeführt worden. Seit 1960 gibt es auf der Starkenburg eine sehr beliebte Jugendherberge, außerdem die „Burgschänke“.

Nach dem Wachrütteln im Auto begrüßten sich die Wanderfreunde gegenseitig, dann rief Richard zum Aufbruch auf den Höhenweg Richtung Nordosten. Bevor es bei der „Helenenruhe“ in den dichten Mischwald ging, säumten Weinberge und Streuobstwiesen den Weg, unten lag links das Hambacher und rechts das Kirschhäuser Tal. Nach einer ordentlichen Wegstrecke erreichten wir die „Jägerrast“, wo sich mehrere Wege kreuzen. Nach einer wohltuenden Trinkpause wechselten wir die Richtung und nahmen den Weg nach Oberhambach.

Zwischen herrlich grünen Wiesen mit ihrem frischen Blumenschmuck lagen kleine, meist „schnucklige“ und schön renovierte Wohngebäude, die ihre landwirtschaftliche Vergangenheit als Höfe, Ställe, Schuppen nicht verleugnen können und wollen. Etwas weiter unten am Talschluss stehen dann die Häuser der ehemaligen Odenwaldschule. Deren Geschichte ist so schrecklich und hat so weite Kreise gezogen, dass wohl jeder sie kennt. Es ist immer noch beschämend, dass „Reformpädagogen“ so lange die ihnen anvertrauten (!) Kinder und Jugendliche missbrauchen konnten.

Goldbrunnen und Eselsberg ließ Richard nun rechts liegen; der ziemlich gerade alte Grenzweg führte durch schönen Hochwald nun Richtung Zell, bald – nachdem der Wald offenem Gelände wich – das nächste Ziel vor Augen, nämlich den Hemsberg, der sich mit seinen 262 Höhenmetern deutlich über seine Umgebung heraushebt.

So wie der Schlossberg bei Heppenheim liegt der Hemsberg direkt am Rand des Rheingrabens. Seine Kuppe ist bewaldet, die Hänge fast überall für Bergsträßer Verhältnisse recht steil. Nach Osten und Süden zu ist das Gelände etwas flacher, und der Wald macht Platz für prächtige Blumenwiesen, Weinberge und auch einige Felder.

Der Mai ist die schönste Zeit um hier zu sein! Skabiosen, Wiesensalbei, Hahnenfuß, Margeriten und andere blühen um die Wette. Auf der Spitze des Hemsberges steht seit 1902 der Bismarck- auch Hemsbergturm genannt, der von einem eigenen Verein bewirtschaftet wird, so auch an unserem Wandersonntag.

Die entsprechende Vesperpause nutzten einige Blumenfreunde für eine Erkundung des nahegelegenen Naturschutzgebietes. So konnten alle die Pause gebührend genießen.

Im Schutzgebiet wachsen und blühen verschiedene Orchideenarten, vor allem das für die Bergstraße typische Helmknabenkraut, aber auch das Große Zweiblatt und ganz vereinzelt die Pyramidenorchis. Gänzlich verblüht war schon das Große Windröschen (keine Orchidee!). Leider gehen alle diese Pflanzen trotz aufwändiger Biotoppflege der Naturschützer stark zurück, dabei spielt der Klimawandel eine große Rolle. Für uns Besucher heißt das: Bitte auf den Wegen bleiben!  

Zurück Richtung Heppenheim führte der Weinlagenwanderweg mit entsprechenden Informationen über Weinbau, Rebsorten etc. Am Fuß der Bergstraße in der Lage Centgericht liegt der ehemalige Hessische Rebmuttergarten mit seinem Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1927. Vor mehr als 100 Jahren hatte die Reblaus, aus Nordamerika kommend, die Weinberge fast der ganzen Welt erobert, nur Chile und Zypern blieben bis heute verschont. Auf amerikanische, resistente Rebunterlagen werden Kulturreben gepfropft und damit das Reblausproblem gelöst, daran arbeitete auch der Rebmuttergarten – das Weingut gehörte früher dem Kloster Eberbach im Rheingau und ist heute Hessisches Staatsweingut. Das ehemalige Verwaltungsgebäude des Rebmuttergartens dient als Vinothek.

Wo der Blütenweg den Weinlagenweg aufnimmt, folgten die Füße dem Weg hinunter nach Unterhambach. Der Fußweg von dort zur Starkenburg hoch war und dann schon eher etwas fordernd, wurde aber durch die genussvolle Abschlussrast in der Burgschänke wettgemacht.

Elisabeth Schneider dankte unserem Wanderführer Richard herzlich für die wunderschöne Tour.

Tourlänge: 16 km, 480 hm

Hans Schlabing 24.05.2026

Himmelfahrt 2026 – Extrembedingungen für die Jugendgruppe in der Rhön

Unter der Leitung von Rainer und unserem Jugendreferenten Sören („Nachnamen sind was für Grabsteine!“) machte sich die Jugendgruppe am langen Himmelfahrtswochenende vom 14.–17.05.2026 auf den Weg zur Steinwand in der Rhön, um die dortigen Felsen ordentlich (un)sicher zu machen. Unterstützt wurden die beiden von Julia und unserem lieben Dietmar. Die Anreise erfolgte stilecht mit Bus & Bahn – das Material durfte allerdings bequem im Begleitfahrzeug reisen.

Es wurde direkt hinter dem Gasthaus „Zur Steinwand“ gecampt. Dass es auf rund 600 Metern Höhe frisch und regnerisch werden würde, wussten wir vorher. Mit Schnee hatten wir allerdings wirklich nicht gerechnet! Zum Glück blieb es bei kurzen Schauern und die weiße Überraschung schmolz schnell wieder weg. Trotzdem: Nachts gerade einmal 2 °C – echte Extrembedingungen also!

Unser mittlerweile legendärer Pavillon, der im letzten Jahr noch nach einer heftigen Windböe aufwendig repariert werden musste, rettete uns dieses Jahr vor der Kälte und wurde zum gemütlichen Hauptquartier.

Die Felsen lagen zum Glück nur zwei bis drei Minuten entfernt – und so wurde jede Regenpause konsequent zum Klettern genutzt. Bereits am Donnerstag konnten wir zwei Stunden an den Fels. Für viele Teilnehmende war es das erste Mal am Naturfels, für manche sogar das erste Campingwochenende überhaupt. Entsprechend groß war das Abenteuergefühl!

Neben dem Klettern stand auch jede Menge Ausbildung auf dem Programm: Standplatzbau, Routen abbauen und natürlich das große Highlight – Abseilen! Das frisch Gelernte konnte direkt angewendet werden, und das Abseilen aus rund 15 Metern Höhe sorgte bei vielen für leuchtende Augen und ordentlich Adrenalin.

Wenn der Regen einmal stärker wurde, verwandelte sich das Camp in eine große Selbstversorger-Küche: Schnippeln, Kochen, Spielen – und natürlich abends eine ausgedehnte Runde „Werwolf“, die wie immer für beste Stimmung sorgte. „Bürgermeister“ Dietmar war dabei sehr überzeugend!

Am Freitag tauschten wir am Nachmittag dann die Kletterschuhe gegen Wanderschuhe und machten eine vierstündige Tour auf die Milseburg – inklusive traumhaftem Ausblick über die Rhön.

Ursprünglich waren 17 Personen zur Ausfahrt angemeldet. Leider musste eine Betreuerin bereits vorab wegen Knieproblemen absagen, und auch zwei Jugendliche mussten krankheitsbedingt früher abreisen. Umso schöner, dass uns der Samstag dann mit fast regenfreiem Wetter belohnte! Zum krönenden Abschluss gab es sogar noch ein Lagerfeuer mit Stockbrot in bester Teamarbeit. Auch wenn Rainer beim Teig das Salz vergessen hatte – dafür wurde die Gruppe am nächsten Morgen mit original aschebedecktem „Rainerstan-Brot“ entschädigt.

Fazit: Schnee, Regen, kalte Nächte, erste Felserfahrungen, viel Gelächter und jede Menge Teamgeist – „ich bin der Meinung: Das war spitze!“

Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgewirkt haben!

Euer Rainer

Finger weg vom Fingerhut 

Ob am Fels oder am Wegrand beim Abstieg vom Klettersteig zum Gelände: Der rote Fingerhut steht bei uns im Moment auf dem Gelände in voller Blüte. Man könnte fast sagen der Fels blüht auf, so faszinierend hält sich die Pflanze in Felsspalten mit nur wenig Humus.

Doch Finger weg vom Fingerhut! Der Fingerhut steht einerseits unter Naturschutz und darf nicht gepflückt werden. Andererseits gehört er zu den giftigsten Pflanzen bei uns. Der Verzehr von zwei bis drei Blättern kann schon tödlich sein. Das Gift des Fingerhuts wird schon seit längerer Zeit in der Medizin verwendet und auch heute noch werden Digitalis-Präparate bei Herzschwäche eingesetzt. Digitalis ist der lateinische Name des Fingerhuts und kommt von „digitus“ Finger.

Den Namen hat die Pflanze davon, dass ihre Blüte an einen Fingerhut erinnert. Aus Metall gefertigte Fingerhüte hat man früher beim Nähen benutzt, um sich nicht in den Finger zu stechen.

Also genießt den Fingerhut mit den Augen! Vielen Dank!

Jugendleiter*innen Wochenende 10.-12.04.2026

Zwei Wochen nach dem Anklettern haben sich die Weinheimer Juleis für ein Wochenende zusammengesetzt, um rauszufinden, was man in der Jugendgruppe noch besser machen könnte. Ganze 11 Personen haben sich an mindestens einem der Tage vom 10. bis zum 12.04.2026 beteiligt.

Eine große Änderung haben wir beschlossen: Die große Jugendgruppe für Kletternde von 8 bis 27 Jahren wird aufgeteilt in zwei Stammgruppen ab 8 Jahren (mittwochs und freitags) und eine etwas fortgeschrittenere Gruppe, die sich auch mittwochs trifft. Der Klettertreff freitags bleibt dabei erhalten.

Darüber hinaus wurde besprochen, wie wir Gruppenkinder vor Gefahren aller Art inkl. zwischenmenschlichen Gefahren schützen können, wie wir in einer Unfallsituation handeln müssen, auf welche Weise sich jede(r) der Juleis 2026 einbringen will, was alles zur Planung einer Ausfahrt gehört und was gegen den Mäusebefall im Materialschrank der Jugendgruppe zu tun ist.

Das Thema Sturz- bzw. Höhenangst kam auch auf: Wenn in der nächsten Zeit auf ca. halber Höhe des Kletterturms kleine Schilder auftauchen, dann ist das der Jugendgruppe zu verdanken. Die Schilder sollen das Ende einer „Halbroute“ markieren und erlauben es jungen Kletternden, sich an hohe Höhen langsam heranzutasten.

Da das Wetter überwiegend mitgespielt hat, hatten wir auch die Gelegenheit, ein wenig selbst zu klettern. Für langes Rumsitzen und Diskutieren braucht man ja auch einen Ausgleich. 🙂

Gruppenfoto

Mitgliederversammlung 2026

Neue Vorstandsmitglieder

Am 15. April fand – erstmals im Bürgersaal des Alten Rathauses Weinheim – die gut besuchte Mitgliederversammlung der Sektion statt. Neben einem Bericht des Vorstands standen u.a. der Jahresabschluss sowie Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. 

Das abgelaufene Jahr war insbesondere durch die notwendig gewordene Felssicherung und damit einhergehende längere Sperrung der Jakobswand geprägt. Dem Vorstand gelang es jedoch zahlreiche Spenden und Zuschüsse einzuwerben und damit die Kosten der Felssicherung abzudecken. Sehr erfreulich ist auch, dass die Mitgliederzahlen seit der Fertigstellung des Kletterturms weiter deutlich gestiegen sind. Der Kletterbetrieb wird ehrenamtlich von den Mitgliedern der Sektion organisiert, bei denen sich der Vorstand ebenso ausdrücklich bedankte wie bei all den anderen Aktiven, die Feste organisieren, die Wand und das Gelände in Schuss halten und eine Vielzahl weiterer Tätigkeiten ausüben. 

Den präsentierten Jahresabschluss 2025 sowie den Haushaltsplan 2026 beschlossen die Mitglieder mit großer Mehrheit. 

Nach über zwanzig Jahren der Tätigkeit für die Sektion in verschiedenen Positionen, zuletzt viele Jahre als Vorstandsmitglied, kandidierte Franz Wirth nicht erneut für den Vorstand. Ausgeschieden aus dem Vorstand ist auch Myriam Pörsel, da sie die Position der Jugendreferentin an Sören Schmidt abgegeben hat. Sören wurde ebenso mit überwältigender Mehrheit in den Vorstand gewählt wie Roland Bergbold als Nachfolger für Franz Wirth sowie Susanne Brendle, die bereits kommissarisch die Nachfolge des zuvor ausgeschiedenen Reiner Zimmermann angetreten hatte. Vorstand und Mitgliederversammlung dankten den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern von Herzen für ihr großes Engagement.  

Foto: Der neue DAV Vorstand 2026 v.l.n.r: Stefan Jorda, Alexander Weber, Sören Schmidt, Susanne Brendle, Karola Pluschke, Roland Bergbold

Foto: Alex Wenner

Text: Vorstand und Alex Wenner

Bericht: Aprilwanderung 2026 – von Schriesheim auf den Weißen Stein

Von Schriesheim tief in den Odenwald und zurück

Ganz früh am Morgen des 19. April regnete es noch kräftig, aber schon in Weinheim beim ersten Treffpunkt auf dem Parkplatz Denn‘s BioMarkt war damit Schluss, und zwar für den ganzen Tag. Mit diesen guten Aussichten durfte Dieter Schütz seine 26 erwartungsvollen WanderInnen auf dem Festplatz in Schriesheim um 9.30 Uhr begrüßen.

Schriesheim ist zum Schauen und Bummeln ein lohnendes Ziel. Es entstand als fränkische Siedlung und wurde erstmals im Jahr 764 urkundlich erwähnt. Viel später, nämlich im Jahr 1235, erbaute die Adelsfamilie der Strahlenberger ihre Burg dicht oberhalb des Ortes, ohne dazu das Recht zu haben oder eine Erlaubnis einzuholen, Grundherr war das Kloster Ellwangen.

Nach einigen Wirrungen einschließlich Verhängung der Reichsacht durften die Strahlenberger bleiben, sie bauten das kleine Dorf im Tal großzügig aus und sicherten es mit einer Mauer, bald folgten die Stadtrechte. Aber bereits 1347 verkauften die Strahlenberger Burg und Stadt an den Kurfürsten von der Pfalz, nach und nach starb auch die Adelsfamilie aus.

1470 wurde Schriesheim kriegerisch eingenommen und verlor dadurch 300 Gulden, die Stadtrechte und alle Weinvorräte bis auf den letzten Tropfen.

Auch später hatten Schriesheim und seine Bewohner noch viel auszuhalten. Heute hat „Schriese“ zusammen mit seinen Ortsteilen Ursenbach und Altenbach etwa 15000 Einwohner.

Weit in die Rheinebene hinaus sind die ehemaligen Steinbrüche von Schriesheim und Dossenheim sichtbar, ein Paradies für Kletterer, Gleitschirmflieger und etliche Tier- und Pflanzenarten. Das hiesige Gestein stammt aus den Ausbrüchen des Wachenberg Vulkans vor 270 Millionen Jahren. Dieser Quarzporphyr oder auch Rhyolith wird vom Ölberg bei Schriesheim, das Kanzelbachtal hinauf bis nach Altenbach und Ursenbach gefunden, am Bergstraßenrand bis nach Dossenheim. Hier ist das Gestein sehr vielfältig, von Tuffen und Aschen über Lapilli bis zu den wirtschaftlich interessanten kompakten Formationen. Vor allem für den Gleis- und Straßenbau wurde dieses Gestein verwendet und hat hunderten oder tausenden Bergsträßern von den 1880ziger Jahren bis in die Nachkriegszeit hinein Arbeit und Brot gegeben. Übrigens ist der Wachenberg auf Weinheimer Gemarkung Eigentum der Stadt Schriesheim, damit konnten die Schriesheimer zweimal am Wachenberg verdienen. So viel zum Hintergrund der Tour.

Nach einer kleinen Einführung von Dieter ging es dann am Kanzelbach und Resten der Stadtbefestigung entlang zur katholischen Kirche und zur Ruine Strahlenburg. Diese wurde jüngst von einer Bürgerstiftung erworben und wird gerade aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt, schon im Mai steht ein kleines Fest zur provisorischen Eröffnung an.

Weiter gings den Sporn des Ölbergs hoch zur Schwedenschanze mit einer kleinen Trink- und Verschnaufpause an der dazugehörigen Rasthütte. Die Gestaltung des Geländes hinter der Hütte spricht sehr für eine einfache Verteidigungsanlage, viel mehr ist darüber nicht bekannt. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges war Schriesheim menschenleer.

Auf dem Weg zur Steinernen Jägerhütte blieben uns die Wolken erst einmal treu; ein wenig vom kühlen Nass träufelte noch vom frischen Laub der Bäume. Das kleine Jägerhäuschen ist stabil gebaut und hat ein massives Dach aus Sandstein, hält also jeglichen Unbilden stand. Hier beginnt auch der Buntsandsteinodenwald, und die Hälfte der Strecke bis zum Weißen Stein (548 hm) war geschafft.

Eine einleuchtende Erklärung für den Namen des Berges besteht in „Weiserstein“, also ein Weg weisender Stein, befindet sich hier doch als alter Höhenweg die „Hohe Straße“ zwischen Absteinach und dem Heiligenberg bei Heidelberg.

Der 108 Meter hohe Meldeturm der Telekom hat die Markierung perfekt gemacht. Älter als der „Fernsehturm“ sind ein 23 Meter hoher, von Bäumen überragter Aussichtsturm und ein sehr beliebtes Höhenrestaurant, welches auch bequem mit dem Auto von Dossenheim aus angefahren werden kann.

Bevor die Rucksäcke zur Zwischenrast geöffnet wurden, fragte Dieter sicherheitshalber im Lokal nach, und konnte uns tatsächlich hereinwinken, denn eine andere Gruppe hatte kurzfristig abgesagt. Wir bekamen einen windgeschützten und trockenen Platz auf der Terrasse, und als Belohnung für die leergegessenen Teller kam auch gleich die Sonne heraus, sie begleitete uns bis zum Schluss.

Der Rückweg war weiter als der Hinweg, zum Glück gings überwiegend bergab, zunächst auf dem schmalen Sträßchen nach Dossenheim, dann auf dem einen oder anderen Pfad und Weg, darunter auch der Burgensteig. Die Bachspring, das Mühltal von Dossenheim und der Kottenbrunnen zogen gewissermaßen vorbei.

Wer das noch mal nachwandern möchte, sollte diesen Teil der Wanderung aufgezeichnet haben, etwa mit dem Handy. Alle freuten sich nun, als die Schauenburg von Dossenheim auftauchte, Unentwegte gingen zur Besichtigung, andere wieder genossen einfach den Blick auf die Ruine mit dem Steinbruch Vatter und der Rheinebene im Hintergrund.

Die Schauenburg bestand von Mitte des 12. Jahrhunderts bis 1460, als sie Dank der Verbesserung der militärischen Fertigkeiten erobert und geschleift wurde.

Für den Weg zurück nach Schriesheim hatte Dieter den Blütenweg herausgesucht, der seinem Namen alle Ehre machte. Viele Spaziergänger von jung bis alt waren hier mit uns unterwegs und genossen die herrliche Sonne des Spätnachmittags.

Am Schluss dankte Elisabeth im Namen der Wandergruppe herzlich Dieter für den schönen Tag.

Tourlänge: 18,5 km, 550 hm

Hans Schlabing 22.04.2026

Nach dem Winterschlaf: Alpinum und andere Anpflanzungen

Der Winter war recht trocken gewesen, zu trocken für manche Pflanzen im Alpinum. In den Bergen liegen sie unter einer dicken Schneedecke , die dann im Frühjahr für genügend Wasser sorgt. So mussten wir einige Felsenblümchen, Akeleien und Alpenastern ersetzen. Leider sind auch die beiden Edelweiß der Trockenheit zum Opfer gefallen, für die wir bis jetzt leider noch keinen Ersatz gefunden haben. Wenn man einen Moment verweilt, entdeckt man Kugelblümchen, Silberwurz, Steinkraut, Enzian und vieles mehr.

Auch im benachbarten „Mittelmeerbeet“ sind einige Gäste – allesamt Urlaubsmitbringsel – dazugekommen. Hier kann man nun auch Agave, Opuntie und Kanarisches Aeonium betrachten.

Viel Freude beim Entdecken.
Monika und Dietrich

Herzensprojekt Bienenhotel

Wir sind begeistert: Noch bevor die Sektion überhaupt dazu gekommen ist, Werbung für die diesjährige Aktion „Mitgliedschaft mit Herz“ der Volksbank Kurpfalz zu machen, hatten die registrierten Unterstützer*innen der letzten Aktion schon die benötigten 1200 Herzen für das Projekt vergeben. Somit steht der Anschaffung und Aufstellung eines Insektenhotels in unserem Sektionszentrum nichts mehr im Weg. Vor allem unserem langjährigen Vorsitzenden Franz Wirth war die Errichtung einer solchen Nisthilfe ein schon lange gehegter Herzenswunsch, der nun in Erfüllung geht.

Vielen Dank an die Unterstützer*innen und die Volksbank Kurpfalz!

Über das Projekt unserer Sektion und die gesamte Initiative erfahrt ihr mehr auf der Seite Mitgliedschaft mit Herz. Und wer noch ein paar Herzen zum Vergeben übrig hat, kann diese ja einem der anderen Projekte schenken und somit die ehrenamtliche Arbeit anderer Vereine unterstützen.