Davoser Berg- und Seenlandschaft begeistert Singkreisler*innen

Wanderwoche vom 28.08. bis 04.09.2021

Eine starke Woche liegt hinter uns! Eine Fahrt mit einem Kleinbus für 9 Personen war geplant und diese Tour hätte so vielen Spaß gemacht. Schade, dass wir leider nur 4 Teilnehmer*innen waren: Gisela, Elisabeth, Heidi, und Walter, da andere nicht konnten bzw. absagen mussten.

In dem mondänen, mit über 230 Hotels bestückten Davos (1565m), wo das alljährliche Wirtschaftsforum stattfindet, fanden wir ein tolles Schweizer Selbstversorger-Haus, unweit des Davoser Sees gelegen. 

In der Küche des außergewöhnlich netten Besitzers konnten wir kochen, in seinem Wohnzimmer frühstücken, aus seinem Weinkeller einige Flaschen entnehmen, an seinem Stromnetz das Auto „stromtanken“ und viele Abende mit ihm verbringen.

Davos, einst von Walsern gegründet, die mit Viehzucht im Mittelalter ihr Einkommen erwirtschafteten, zählt heute zu den Städten mit internationalem Flair, ausgestattet mit Kongresszentrum und modernem Hallenbad, ist auch weithin als Kurzentrum bekannt.

Von da starteten wir die täglichen Touren in die grandiose Bergwelt. 

Noch am Ankunftsabend war mit einem Rundgang um den Davoser See die Höhenanpassung gelungen. Am nächsten Tag stand die Westseite von Davos als „Eingehtour“ auf dem Programm. Gestartet wurde in Davos-Dorf über die Promenade (Bezeichnung eines Höhenweges oberhalb von Davos) hinauf zur Schatzalp und dann auf dem Thomas-Mann-Weg am Alpengarten vorbei in den südlichen Teil. Eine Distanz von 13 km mit 400 Höhenmetern im Auf- und Abstieg und einer Wanderzeit von 4 Stunden war das Ergebnis bei Regen und in völlig in Wolken gehüllter Landschaft. 

Dem schlechten Wetter ausweichend, erfolgte am nächsten Tag die Autofahrt über den Flüelapass (2383 m) ins Unterengadin für einen überwiegend reichen Kulturtag. Die Wolken blieben auf der Nordseite des Passes hängen, so dass hier bei gutem Wetter der Unterengadiner Höhenweg von Lavin aus mit seinem aus dem 14. Jh. stammenden Kirchlein, weiter über Guarda, Bos-cha nach Ardez unternommen werden konnte. 

Guarda, Museumsdorf genannt, steht als Musterdorf auf einer sonnigen felsigen Terrasse auf der Nordseite des Inntals. Beeindruckend sind die herrlichen Engadiner Häuser mit ihren tiefliegenden Fenstern, den großen Toreinfahrten und prächtigen Erkern, Sgraffito-Arbeiten und Wandmalereien. Besonders verzauberte die Teilfassade vom Haus Clagluna in Ardez mit seiner Darstellung von Adam und Eva im Augenblick des Sündenfalls.

Das Wetter zeigte sich am Folgetag besser, so dass eine Tour von der Schatzalp (Auffahrt mit der Standseilbahn) zum Strela-Pass (2352 m) und weiter auf der Ostseite des Schiahorns bis ins Tal zurück nach Davos unternommen werden konnte. Die Tour als weitere Steigerung von Kondition und Trittsicherheit angedacht, war mit 11,5 km Länge, 510 m im Auf-  im Abstieg 818m und 7 Stunden eine beachtenswerte Leistung. 

Tags darauf wurde das Wetter immer besser und eine großartige Tour von Davos nach Arosa ist uns gelungen. Davos-Frauenkirch war der Ausgangsort, hinauf ging man über Wiesen und Waldgelände nach Stafel, einem kleinem Weiler auf 1900 Höhenmeter. Auf weiten Almen und teils steilen Anstiegen wurde die Maienfelder Furgga auf 2440 m erreicht. Bald danach war Arosa im Blick, doch der Abstieg ins Tal auf 1600m, den Alteinbach überquerend und wieder hinauf auf 1740 m nach Arosa war schon eine große Herausforderung, die mit einer prächtigen Bahnfahrt: Arosa-Chur-Davos belohnt wurde. Mit 15,6 km Länge, 1080 m im Auf- und 860 m im Abstieg und 8 Stunden war man dabei. 

Eine weitere Steigerung an Naturschönheiten sollte am nächsten Tag eine Rundtour im Gebiet der Jöriseen sein. Kurz vor dem Flüelapass, am Wägahus auf 2207m wurde zum ersten Übergang, dem Jöriflüelapass auf 2725 m gestartet. Die schönsten Blicke auf die, wir zählten 5, große und kleine Seen waren von diesem Übergang auszumachen. Gletscherwasser in vielen grün, grün-gelb schimmernden Farben, umrahmt vom Grün der Wiesen und Weiß des frischen Schnees führte eine bizarre Welt vor Augen. Abstieg, vorbei an den Seen auf 2480 m und wieder Aufstieg zur Winterlücke auf 2820m – so nennt man den nächsten Übergang – und zum Wägahus hinab zum Auto, standen der Gruppe bevor. Gemeistert und überglücklich eines überragenden Tages kehrte man nach Davos zurück. Die Leistung waren: 11km Wanderstrecke, 1060 m im Auf- und Abstieg und 8 Stunden Wanderzeit. Am Abschlusstag, freitags, stand das Flüela Schwarzhorn mit 3146m an. Kurz nach dem Flüelapass ist ein Parkplatz auf 2360 m, von wo aus gestartet wurde. Im Radönt, so wird das Aufstiegstal genannt, verläuft die gut markierte Route, die meist im Wiesengelände bis zur Schwarzhornfurka auf 2883m geht. Leichte Kletterei führt auf den Gipfel, der eine Rundumsicht garantiert. Begeistert über diesen Abschlusstag, sowie die ganze Woche in der Davoser Berg- und Seenlandschaft, bedankte sich die Gruppe bei Walter Hebling, Wanderleiter unserer Sektion, der die Unterkunft und die Touren ausgearbeitet hatte. 

Eine grandiose Wanderwoche ging samstags mit der Heimfahrt über Landquart, Bregenz, Ulm, Stuttgart zu Ende.

WH