Was blüht denn da? Alpinum im Juni

Das Edelweiß ist ganz klar der Hingucker in diesem Monat. Buschig und edel hat es sich entwickelt und empfängt jeden Besucher mit einem alpinen Gruß.

Edelweiß

Darüber hinaus wuchern Teppichthymian und Schleierkraut um die Wette. Aber auch die großblütige Brunelle kann sich sehen lassen und stellt mit ihrer intensiven Farbe einen schönen Farbtupfer dar, ebenso wie der Sandthymian.

Teppich-Thymian
Brunelle
Sand-Thymian

Inzwischen haben auch alle Namensschilder ihren Platz im Alpinum gefunden und der interessierte Besucher kann sich kundig machen. Die folgende Übersicht kann dabei helfen.

Was blüht denn da?

Monika Rohwedder und Dietrich Hinkeldey

Singkreis mit 30 Mitgliedern auf Ischia

Ischia heißt übersetzt die grüne Insel. Dieser Begriff bezieht sich nicht auf die immer grüne Vegetation, sondern auf die geologische Besonderheit der Insel, die aus grünem Tuffstein besteht. Dieser begünstigt überall auf der Insel den Austritt von warmem, mineralhaltigem Wasser, das zu Heil- und Wellnessanwendungen genutzt wird. Trinkwasserquellen sind kaum vorhanden, so daß die Insel über eine Pipeline vom Festland mit Trink- und Brauchwasser versorgt wird.

In die Wander- und Genußtage ging es per Zug, Flug von Frankfurt nach Neapel und Fähre nach Ischia in eine schöne Hotelanlage bei Forio mit kleinem, aber feinem Spabereich, schönem, parkähnlichem Garten und großen Poolbecken mit Thermalwasser. Ein Kneippbecken rundete den Poolbereich ab.

Der Vormittag des nächsten Tages bot sich zur Erkundung der Hotelanlage sowie der näheren Umgebung an. Die begleitete Inselrundfahrt am Nachmittag verschaffte uns Einblicke in die Geschichte, die Lebensweise und die touristische Entwicklung der Insel. Erste Aussichten über Meer und Küste luden zu Fotostopps ein.

Von den vier geplanten Wanderungen war die Begehung des höchsten Berges, des Epomeo, als Schlußpunkt vorgesehen, aber unser Wanderführer Ernesto beschloss wegen der Schlechtwettervorhersage die Tage zu tauschen und den Epomeo schon heute anzugehen.

Am Gipfel, auf 789 m angekommen, blieb Zeit zu einer gemütlichen Rast im Epomeolokal zum Schauen und Fotografieren. Der Rückweg führte uns durch lichten Wald bis zu unserem kleinen Abholort Fontana, gelegen auf einem kleinen Plateau mit herrlicher Aussicht über einen Teil der Südküste und S. Angelo.

Nun blieb noch Zeit, die Thermalbecken des Hotels zu Entspannung zu nutzen.

Ein Schiffsausflug am vierten Tag brachte uns zur bekanntesten Insel des Golfs von Neapel, nach Capri. Eine Reiseführerin holte uns im Hafen Marina Grande ab und informierte uns bei einem Inselrundgang über die Sehenswürdigkeiten und Schönheiten der Insel. Die verbleibende freie Zeit konnte genutzt werden, um eine Schifffahrt rund um die Insel zu machen, die Augustusgärten zu besichtigen oder einfach durch die malerischen Gassen zu bummeln.

Die Nachbarinsel Procida ist Kulturhauptstadt Italiens in diesem Jahr und so durfte ein Besuch dieser malerischen Insel nicht fehlen. In 15 Minuten brachte uns ein Schnellboot zur Insel und eine kompetente Reiseführerin erwartete uns am Hafen. Taxis brachten uns in die Oberstadt zum Terra Murata, dem höchsten Punkt der Insel mit einer alten Festung, die unterschiedlich, je nach den politischen Verhältnissen, genutzt wurde. Die Jahrhunderte alte, sehenswert ausgestaltete Kirche San Michele Arcangelo war unser nächster Anlaufpunkt. Deren Decke ist noch im Original erhalten und wunderbar bemalt. Die bekannte Kirche beherbergt eine 700 kg schwere Silberskulptur des Erzengels Michael, die jedes Jahr bei der Karfreitagsprozessiondurch die Straßen getragen wird. Über enge Gassen und Treppen erreichten wir den romantischen Fischerhafen Corricella auf der anderen Inselseite. Die Bars der bunten Fischerhäuser luden zum Verweilen ein und bei einem Limoncello konnten Ambiente und Flair des Ortes nachgespürt werden.

Der freie Samstag zu Erfüllung individueller Wünsche war verregnet und das eine oder andere Vorhaben fiel buchstäblich ins Wasser.

Die nächsten Tage brachten herrlichen Sonnenschein; ideales Wanderwetter zur Erkundung der Insel per Fuß. Unterwegs waren wir im Falanga-Gebiet mit seinen Höhlenwohnungen; es ging Richtung Santa Maria al Monte. Am nächsten Tag starteten wir bei der antiken Nitrodi-Quellen zum Belvedere Madonna.

An allen Wandertagen ging es über schöne Wege und Pfade, vorbei an kleinen bis winzig genutzten Feldern, durch dichten Wald, mal steinig, eng und mühsam, mal breit und bequem, blumenübersäte Hänge begleiteten uns, aber auch steile Weinberge, verwunschene Plätze mit Felsengrotten und Höhlen. Rundumblicke, Aus- und Fernsichten waren inklusive.

Unser Wanderführer Ernesto beschieb Blumen und Pflanzen, zeigte uns alte Schneegruben und Zisternen, erzählte von den Felsenhöhlen und ihrer Bedeutung als Wohnung und Rückzugsorte in früherer Zeit. Er überraschte uns mit dem Ausschank einheimischer Weine, typischem Gebäck der Insel und köstlichen Mispeln aus seinem Garten. Für die Mittagsrast hatte er Restaurants in wunderbarer Lage mit Postkartenpanorama ausgesucht. So lernten wir auch die ursprüngliche, schmackhafte Küche der Inselbewohner kennen.

Unser letzter Wandertag begann oberhalb des Maronti-Strands und führte uns mit blumengeschmückten Wegen Richtung Küste, um auf schmalem Pfad die Steilküste entlang zu unserem Endpunkt Campagnano zu gelangen. Bei bestem Wanderwetter lag das Panorama des Castell Aragonese, Ischia Ponte und die Insel Procida vor uns. Der teils steile Abstieg verlief durch das größte Weinanbaugebiet der Insel und führte uns in den Garten eines Weingutes, dessen Weinfässer in der darin liegenden Felsengrotte gelagert werden. Die Wein- und Limoncelloprobe im schattigen Garten war ein schöner Abschluss der gelungenen Wandertage.

Der vorletzte Tag stand für eigene Interessen zur freien Verfügung, sodass jeder den Tag nach seinen Wünschen gestalten konnte, zum Kauf eines Souvenirs, nochmals zu einem Spaziergang aufbrechen oder um den Wellnessbereich aufzusuchen.

Am Vormittag des Abreisetages dankten alle Wanderer und Mitreisenden Walter Hebling herzlich für die gute Organisation dieser gelungenen Ischiareise und am frühen Nachmittag hieß es –
Arrivederci Italia!

Theo Gärtner

Alpinum im Frühjahr

Nachdem das Alpinum Ende März aus dem Winterschlaf wieder erwacht ist, haben einige Pflanzen inzwischen schon ihre Blütenpracht gezeigt: Hungerblümchen und Küchenschelle waren die ersten, Enzian, Schleifenblume und Steinkraut folgten und wurden zum Hingucker. 

Leider sind auch einige Pflanzen nicht durchgekommen – die Glockenblumen vor allem, für die Ersatz beschafft wurde und die nun nur noch von der Morgensonne beschienen werden – das mögen sie lieber. Auch bereichern nun einige Wurzelknollen mit Dachwurz, eine kleine Bergkiefer und ein Teppichwacholder die Anlage. 

In den letzten Tagen zeigen sich auch viele Kugelblümchen und die kleinen Akeleien imponieren mit ihren weißen Blüten. 

Neben den Gießarbeiten – vielen Dank an alle Unterstützer*innen – versuchen wir in der nächsten Zeit alle Pflanzen zu beschriften und einen Übersichtsplan zu erstellen. Dann soll jede Pflanze noch mit einem kurzen Steckbrief auf der Homepage aufgelistet werden. 

Viel Freude am Alpinum

Monika Rohwedder und Dietrich Hinkeldey

Baugenehmigung für den neuen Kletterturm erteilt!

Unser großes Projekt geht in die Umsetzungsphase. Nachdem die ganzen vorbereitenden Planungen abgeschlossen waren, konnte im vergangenen Sommer der Bauantrag gestellt werden. Aus einem in Aussicht gestellten Termin für den Bescheid im September wurde leider nichts. Verschiedene beteiligte Behörden waren im Rückstand mit den erforderlichen Stellungnahmen. Am 21.02.2022 konnte endlich die Baugenehmigung erteilt werden.

Was bedeutet das jetzt konkret? Nun, da wir den bestehenden Turm während der kommenden Klettersaison noch brauchen und ein Abbau nur über den Winter (wegen möglicher Brut- und Lebensstätten von Vögeln in der Konstruktion) erlaubt ist, wird der Bau des Kletterturms im Winter 2022/23 erfolgen. Bis dahin ist unter anderem die Suche nach einem Bauunternehmen zur Erstellung der Bodenplatte ein wichtiger Punkt. Hier ist das Projektteam schon in Kontakt mit einer Firma, wir sind aber auch dankbar für Hinweise aus den Reihen der Sektionsmitglieder zu anderen Unternehmen, um idealerweise eine Auswahl aus mehreren Angeboten treffen zu können.

Auch die Stellung der Förderanträge beim DAV Hauptverband, beim Badischen Sportbund, der Stadt Weinheim und gegebenenfalls bei Stiftungen muss nun zeitnah und fristgerecht erfolgen. Nicht zuletzt kann mit erteilter Baugenehmigung dann auch die Tragwerksplanung und Herstellung des Kletterturms in Auftrag gegeben werden- das Herzstück des gesamten Projektes. Mit dem aktuellen Vorlauf hoffen wir, trotz der Baustoffknappheit einen Termin zur Errichtung der Kletteranlage vor Beginn der Saison 2023 realisieren zu können.

Nach Abschluss der diesjährigen Klettersaison gilt es, den bestehenden Turm abzubauen. Hier versuchen wir, die Demontage der Strukturplatten in Eigenleistung durchzuführen. Auch der Abbau der Trägerkonstruktion aus handelsüblichen Gerüststangen dürfte von uns selbst unter fachkundiger Anleitung zu bewerkstelligen sein. Rechtzeitig vor dem Beginn der Arbeiten wird hierzu ein Aufruf an die Sektionsmitglieder erfolgen. Für den Abriss des Gittermastes ist ein Stahlbauunternehmen angefragt.

Es war ein langer Weg von der ersten Idee, unseren bestehenden Kletterturm durch Aufstockung/Erweiterung attraktiver zu machen bis zum Vorliegen der Baugenehmigung für einen kompletten Neubau. Und der Weg ist ja noch lange nicht zu Ende. Das Projektteam und der Vorstand sind sich aber sicher, dass die lange Zeit und die Energie, die in das Großprojekt gesteckt wurden, sich gelohnt haben und unseren Sektionsmitgliedern dadurch ein noch attraktiveres Angebot auf unserem einmaligen Sektionsgelände zur Verfügung steht.

Alpenverein sammelt Müll um Burg Windeck

Umwelt- und Naturschutz sind wichtige Anliegen des Deutschen Alpenvereins (DAV).

Seine Mitglieder in Weinheim schätzen den Odenwald als vor der Haustür liegendes Wander- und Ausflugsziel und besonders die Burg Windeck mit ihrem Blick über die Stadt und die Rheinebene bis zu den Pfälzer Bergen.

Doch gerade jetzt fiel auf, wie stark die steilen Hänge rund um die Burg vermüllt sind. Offensichtlich dienten sie vielen Besuchern als Müllplätze, auf denen man zum Picknick genutzte Fastfood- und Pizzakartons, Glas- und Plastikflaschen sowie Getränkedosen und sonstige Abfälle mal eben schnell entsorgen möchte.

Sogar ein Stuhlgestell aus Metall, ein Mülleimer und zwei große Feuerlöscher lagen da in dem stark abschüssigen Gelände neben der Zufahrt zur Burg und ihrer Mauer. Jetzt, da die Vegetation all dies noch nicht überwuchert hat, fällt es besonders auf, wenn man von der Burg nach unten in die Stadt blickt und trübt den Genuss des Panoramas gewaltig.

Doch was nützt es, sich zu ärgern über die gedankenlosen Besucher-/innen, die wegwerfen, was sie gerade nicht mehr brauchen. Genau deshalb fiel die Initiative „Müllsammeln um die Burg Windeck“ bei einigen Mitgliedern der Sektion Weinheim des DAV auf fruchtbaren Boden und so trafen sie sich am Samstag dem 22.1. um 9:30 auf dem Parkplatz der Burg. Im weichen Erdboden stiegen sie die steilen Böschungen rauf und runter, kämpften sich durch wilde Brombeerhecken und sperrige Dornenbüsche und sammelten in großen Einkaufstaschen und Mülltüten alles, was dort nichts zu suchen hat. Und siehe da, nach gut zwei Stunden war der gesamte Müll beseitigt und an die Burgmauer gestellt, wo ihn Bedienstete des Bauhof der Stadt abholen werden. Wenn man bedenkt, dass etwa 15 Personen beteiligt waren, hätte dies 30 Arbeitsstunden, also fast 4 Arbeitstagen entsprochen.

Mal sehen, wie lange man jetzt dort oben die Natur ohne Blicke auf Flaschen, Tüten, Kartons und sonstigen Müll wird genießen können. Der jetzige Zustand jedenfalls war den Aufwand und die Mühen der Helferinnen und Helfer wert.

Hans Henninger

Bericht zum 40-jährigen Bestehen des Singkreises der Sektion Weinheim

am 16.10.2021

„Endlich haben wir es geschafft, nach ständigem Auf und Ab der Corona-Infektionszahlen die Kontaktregeln einhalten zu können, die dieses feierliche Treffen erlauben.“
Mit diesen Worten und einem Sektempfang eröffnete Walter Hebling mit einjähriger Verspätung die Jubiläumsfeier zum 40-jährigen Bestehen des Singkreises der Alpenvereinssektion Weinheim.

Rund 50 Mitglieder meist älterer Jahrgänge und durchgeimpft trafen sich im Gemeindehaus von Herz-Jesu. Die Freude, endlich mal wieder sich in die Augen sehen, auf die Schulter klopfen und direkt ansprechen zu können, war in den strahlenden Gesichtern der Sängerinnen und Sänger deutlich zu sehen.

Dass der DAV neben bergsportlichen Aktivitäten auch Ziele des Umwelt- und Naturschutzes anstrebt, ist ja bekannt in Weinheim, wo er mit über 3000 Mitgliedern zu den größten Vereinen zählt. Aber dass er auch einen Chor unterhält, genannt Singkreis, überrascht dennoch und zwar positiv. Der gute Einfluss auf die Gesundheit durch Wandern, Bergsteigen, Klettern und viele Wintersportarten ist ja hinlänglich bekannt, aber dass gemeinsames Singen sich positiv auf Leib und Seele auswirken kann, eher weniger. 

Beides fördert den Zusammenhalt in der Gruppe und das Empfinden gemeinsamer Freude und Trauer. Auch letzteres kam in der Ansprache Walter Heblings zum Ausdruck, als er an beliebte Sänger erinnerte, die im vergangenen Jahr verstorben waren: Klaus Bertram, Uwe Hennings und Karl Lörsch. Die für erkrankte Freundinnen und Freunde: Claudia Lörsch, Herbert Bönisch und Ernst Oberreiter im Namen aller Anwesenden ausgesprochenen Genesungswünsche ließen erkennen, dass niemand in diesem Kreis vergessen ist.

Nachdem Rüdiger Zerweck seitens des Vereinsvorstandes die Anwesenden begrüßt und Hebling für seine langjährige Tätigkeiten im Verein gedankt hatte, schilderte Gerhard Staniczek anschaulich und humorvoll, wie sein Einstieg als Neuling in diese Gruppe war, deren Teilnehmer ja eigentlich sich dem Bergsteigen verschrieben hatten. Dabei ist Singen unter Bergsteigerinnen und Bergsteigern durchaus kein Fremdwort, was Lieder wie „Steig ́ ich den Berg hinauf, das macht mir Freude….“ oder „Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen, steigen dem Gipfelkreuz zu….“ anschaulich beweisen. Und kräftige Lacher rief seine Erinnerung hervor, wonach das gegenseitige Duzen von Bergfreunden nicht etwa beim Treffen am Gipfelkreuz entstanden sei, sondern bereits in der Berghütte, wenn man sich vor dem Bettgehen nur mit Unterhose bekleidet begegnete.
Zwischen den Wortbeiträgen wurde natürlich kräftig gesungen und ein besonderes musikalisches Ausrufezeichen war das „Spiel mit dem Fagott“, vorgetragen von Gotthard Jakob. 

Das Gitarrenspiel, mit dem Hebling den Chor begleitete, hatte er schon in seiner Jugend erlernt und sich 48 Jahre als aktiver Sänger im Kirchenchor tätig, Erfahrung im Chorleben erwarb. Nicht weniger Anerkennung fand auch sein Können als Bergsteiger, der u.a. die Alpenviertausender Mt. Blanc, Matterhorn, Weißhorn usw. erstiegen hat und als Organisator von 130 Touren und Reisen. Diese führten insgesamt 3295 Teilnehmer nicht nur in die Alpen, sondern u.a. auch nach La Palma, Sizilien, Marokko, in die Toskana, auf Ischia und Madeira.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Café, Kuchen und ein Abendessen in gemütlicher Runde. Und nicht selten hörte man den Wunsch, dass künftig auch die jüngeren Kletterer und Kletterinnen den Weg in die regelmäßigen Singstunden auf dem Vereins-Klettergelände finden mögen.

Hans Henninger

Wanderwoche um Sonthofen/Allgäu

um Sonthofen/Allgäu 03.06.2021 bis 10.06.2021

Corona hin, Corona her, es hat doch noch geklappt und die Wanderwoche im Allgäu, von Walter Hebling organisiert, konnte stattfinden.

Um dem Engagement des Alpenvereins zum Umwelt-, und Klimaschutz gerecht zu werden, reisten die Teilnehmer CO₂ sparend mit dem Zug von Weinheim nach Sonthofen und trafen gegen 14:00 im Landhotel Bauer ein. Erst kurz zuvor war dessen pandemiebedingte Schließung beendet worden. 

Kalt war es nicht, der Himmel bewölkt, aber es regnete nicht und so lud die Terrasse zum gemütlichen Beisammensein ein, bis zum Abendessen mit Flädlesupp, Salat, Gulasch und Spätzle.

Der Alpsee

Auf das Frühstück am zweiten Tag folgte die Fahrt mit dem Bus nach Immenstadt. Ziel war der Alpsee, der größte Natursee des Allgäus. Die Wanderroute um den See begann in Santa Maria Loreto bei idealem Wanderwetter. Riesige, weiße Wolken am Himmel ließen immer wieder die Sonne durchstrahlen, ohne die Berge zu verhüllen. Noch ist nicht sehr viel Betrieb und man gewinnt den Eindruck, dass die Pandemie Tourismus und Gastronomie ausgedünnt haben. Einige Radler, meist auf E-Bikes, sind unterwegs und nach und nach starten auch Paddler und Segler.

Immer wieder machen wir halt und genießen die herrlichen Panoramen mit dem See im Vorder- und den Bergen im Hintergrund. Bevor es auf der gegenüberliegenden Seeseite zurückgeht, pausieren wir im Gasthof „Jägerstüble“, um nach kurzem Anstieg auf einem höher gelegenen wunderschönen Waldweg wieder Immenstadt zu erreichen, von wo es per Bus zurück zu unsrem Gasthof ging. Auf das Abendessen folgte ein gemütliches Beisammensein und großen Anklang fand das „Esel-Spiel“, zu dem auch an den folgenden Abenden unser Mitglied Nabina aus Nepal einlud. Und natürlich konnte sie viel berichten über ihre Heimat und ihre bisherigen Erfahrungen als Freiwilligendienstleistende im Weinheimer Pilgerhaus.

Die Starzlachklamm

Der nächste Tag bescherte erneut durchwachsenes Wetter, aber sehr gut geeignet zum Wandern. Die Tour hatte es in sich. Rund 25 Kilometer lang und über 750 Höhenmeter Aufstieg waren zu bewältigen. Durch die beeindruckende Schlucht der Starzlach (Starzlachklamm) führte der Weg nach Alpe Topfen und weiter zur Dreiangelhütte. Beeindruckende Bergsicht bis hin zum großen Widderstein (2533m) machten Lust auf mehr und auf dem Rückweg, vorbei am Almhof „Berghofer Wald“, faszinierte immer wieder der Sonthofener Hausberg Grünten (1738m).

Die Starzlachklamm

Viele Zeit blieb da nicht mehr bis zum Abendessen aber für ein Bierchen auf der Terrasse reichte es noch.

Der vierte Tag hatte die „Hörnerkette“ zum Ziel. Mit dem Bus ging es nach Ofterschwang und von dort mit der Weltcup-Seilbahn bis zur Bergstation und von dort über den Panoramaweg, der diesen Namen zu Recht trägt, zum Ofterschwanger Horn (1406m). Das Wetter spielte mit und der Aufstieg wurde belohnt mit dem Blick auf die Nagelfluhkette. Die Gipfelroute führte anschließend über das Sigiswanger Horn (1527m) zum höchsten Punkt, dem Rangiswanger Horn (1616m) und endete am Weiherkopf, dessen Gipfel wir uns sparten und stattdessen eine kurze Rast in „Hörnios Nest“ im Hörnerhaus bei der Bergstation der Hörnerbahn einlegten und ins Tal fuhren. Mit 8 km und 500 Aufstiegshöhenmetern war diese Wanderung ein echter Ausgleich zum doch sehr anspruchsvollen Vortag.

Der Folgetag bescherte schlechtes Wetter, es bot sich daher ein Stadtrundgang in Kempten an, die mit ca. 70.000 Einwohnern eigentlich nicht viel größer ist, als Weinheim, aber weit großstädtischer wirkt, was an vielen Verwaltungsbehörden, Gerichten, Museen und Kirchen liegt, die dort ihren Sitz haben. Beeindruckend sind vor allem deren Baustile u.a. bayrischem Barock, Renaissance und die zahlreichen Türme. Einige Teilnehmer besuchten die Luxusräume des Schlosses und das städtische Museum.

Das Landhotel Bauer

In der Nacht hatte es stark geregnet und die Prognose für den nächsten Tag war schlecht. Eine Kurztour stand auf dem Programm, das Gunzensrieder Tal. Fast bei der Gunzensrieder Säge, am Ende eines matschigen Waldweges knallte ein gewaltiger Donner und Schlagregen stürzte vom Himmel. Zum Glück hielt ein vorbeifahrender Bus an und nahm uns mit, obwohl dort keine Haltestelle war. Weitere Wanderer mit Hunden und viele Kinder, die aus der Schule kamen, stiegen ein. In einer regelrechten Stadtrundfahrt konnten wir Entdeckungen machen, die wir im regulären Busbetrieb wohl nie gesehen hätten.

Die ganze Nacht hatte es geregnet, sogar in unserem Gasthaus war das Wasser in den Keller gelaufen. Doch nichts stand einer Tour nach Oberstdorf und weiter nach Tiefenbach, der Breitachklamm entgegen. Man merkte, dass die Corona-Beschränkungen zurückgenommen waren und ein Ferienwochenende vor der Tür stand. Es war viel los. Umständlich und zeitraubend war die Reservierung des Eintritts für diese tiefste Felsenschlucht in Europa aber letztlich hat´s geklappt und wegen der unsicheren Wetterlage war der Andrang nicht groß. Auf besondere Orte für Pausen und „Überholen“ musste daher nicht geachtet werden. Beeindruckend die Wassermassen, die ins Tal stürzten und auch wenn es nicht regnete, wurde man von den Wänden stürzende Schauer „geduscht“. Die Grenze nach Österreich mit Riezlern im Kleinwalsertal war bald erreicht. Mit dem Bus nach Oberstdorf, wo sich ein Stadtbummel mit Gelegenheit zum Shoppen anbot, ging es zurück in unser Hotel in Sonthofen. 

Ein gemütlicher Abschiedsabend mit einem Dankeschön an Walter Hebling für die Organisation rundete diesen Tag ab und mit dem Zug ging es am nächsten Morgen zurück nach Weinheim.

H.H.

Davoser Berg- und Seenlandschaft begeistert Singkreisler*innen

Wanderwoche vom 28.08. bis 04.09.2021

Eine starke Woche liegt hinter uns! Eine Fahrt mit einem Kleinbus für 9 Personen war geplant und diese Tour hätte so vielen Spaß gemacht. Schade, dass wir leider nur 4 Teilnehmer*innen waren: Gisela, Elisabeth, Heidi, und Walter, da andere nicht konnten bzw. absagen mussten.

In dem mondänen, mit über 230 Hotels bestückten Davos (1565m), wo das alljährliche Wirtschaftsforum stattfindet, fanden wir ein tolles Schweizer Selbstversorger-Haus, unweit des Davoser Sees gelegen. 

In der Küche des außergewöhnlich netten Besitzers konnten wir kochen, in seinem Wohnzimmer frühstücken, aus seinem Weinkeller einige Flaschen entnehmen, an seinem Stromnetz das Auto „stromtanken“ und viele Abende mit ihm verbringen.

Davos, einst von Walsern gegründet, die mit Viehzucht im Mittelalter ihr Einkommen erwirtschafteten, zählt heute zu den Städten mit internationalem Flair, ausgestattet mit Kongresszentrum und modernem Hallenbad, ist auch weithin als Kurzentrum bekannt.

Von da starteten wir die täglichen Touren in die grandiose Bergwelt. 

Noch am Ankunftsabend war mit einem Rundgang um den Davoser See die Höhenanpassung gelungen. Am nächsten Tag stand die Westseite von Davos als „Eingehtour“ auf dem Programm. Gestartet wurde in Davos-Dorf über die Promenade (Bezeichnung eines Höhenweges oberhalb von Davos) hinauf zur Schatzalp und dann auf dem Thomas-Mann-Weg am Alpengarten vorbei in den südlichen Teil. Eine Distanz von 13 km mit 400 Höhenmetern im Auf- und Abstieg und einer Wanderzeit von 4 Stunden war das Ergebnis bei Regen und in völlig in Wolken gehüllter Landschaft. 

Dem schlechten Wetter ausweichend, erfolgte am nächsten Tag die Autofahrt über den Flüelapass (2383 m) ins Unterengadin für einen überwiegend reichen Kulturtag. Die Wolken blieben auf der Nordseite des Passes hängen, so dass hier bei gutem Wetter der Unterengadiner Höhenweg von Lavin aus mit seinem aus dem 14. Jh. stammenden Kirchlein, weiter über Guarda, Bos-cha nach Ardez unternommen werden konnte. 

Guarda, Museumsdorf genannt, steht als Musterdorf auf einer sonnigen felsigen Terrasse auf der Nordseite des Inntals. Beeindruckend sind die herrlichen Engadiner Häuser mit ihren tiefliegenden Fenstern, den großen Toreinfahrten und prächtigen Erkern, Sgraffito-Arbeiten und Wandmalereien. Besonders verzauberte die Teilfassade vom Haus Clagluna in Ardez mit seiner Darstellung von Adam und Eva im Augenblick des Sündenfalls.

Das Wetter zeigte sich am Folgetag besser, so dass eine Tour von der Schatzalp (Auffahrt mit der Standseilbahn) zum Strela-Pass (2352 m) und weiter auf der Ostseite des Schiahorns bis ins Tal zurück nach Davos unternommen werden konnte. Die Tour als weitere Steigerung von Kondition und Trittsicherheit angedacht, war mit 11,5 km Länge, 510 m im Auf-  im Abstieg 818m und 7 Stunden eine beachtenswerte Leistung. 

Tags darauf wurde das Wetter immer besser und eine großartige Tour von Davos nach Arosa ist uns gelungen. Davos-Frauenkirch war der Ausgangsort, hinauf ging man über Wiesen und Waldgelände nach Stafel, einem kleinem Weiler auf 1900 Höhenmeter. Auf weiten Almen und teils steilen Anstiegen wurde die Maienfelder Furgga auf 2440 m erreicht. Bald danach war Arosa im Blick, doch der Abstieg ins Tal auf 1600m, den Alteinbach überquerend und wieder hinauf auf 1740 m nach Arosa war schon eine große Herausforderung, die mit einer prächtigen Bahnfahrt: Arosa-Chur-Davos belohnt wurde. Mit 15,6 km Länge, 1080 m im Auf- und 860 m im Abstieg und 8 Stunden war man dabei. 

Eine weitere Steigerung an Naturschönheiten sollte am nächsten Tag eine Rundtour im Gebiet der Jöriseen sein. Kurz vor dem Flüelapass, am Wägahus auf 2207m wurde zum ersten Übergang, dem Jöriflüelapass auf 2725 m gestartet. Die schönsten Blicke auf die, wir zählten 5, große und kleine Seen waren von diesem Übergang auszumachen. Gletscherwasser in vielen grün, grün-gelb schimmernden Farben, umrahmt vom Grün der Wiesen und Weiß des frischen Schnees führte eine bizarre Welt vor Augen. Abstieg, vorbei an den Seen auf 2480 m und wieder Aufstieg zur Winterlücke auf 2820m – so nennt man den nächsten Übergang – und zum Wägahus hinab zum Auto, standen der Gruppe bevor. Gemeistert und überglücklich eines überragenden Tages kehrte man nach Davos zurück. Die Leistung waren: 11km Wanderstrecke, 1060 m im Auf- und Abstieg und 8 Stunden Wanderzeit. Am Abschlusstag, freitags, stand das Flüela Schwarzhorn mit 3146m an. Kurz nach dem Flüelapass ist ein Parkplatz auf 2360 m, von wo aus gestartet wurde. Im Radönt, so wird das Aufstiegstal genannt, verläuft die gut markierte Route, die meist im Wiesengelände bis zur Schwarzhornfurka auf 2883m geht. Leichte Kletterei führt auf den Gipfel, der eine Rundumsicht garantiert. Begeistert über diesen Abschlusstag, sowie die ganze Woche in der Davoser Berg- und Seenlandschaft, bedankte sich die Gruppe bei Walter Hebling, Wanderleiter unserer Sektion, der die Unterkunft und die Touren ausgearbeitet hatte. 

Eine grandiose Wanderwoche ging samstags mit der Heimfahrt über Landquart, Bregenz, Ulm, Stuttgart zu Ende.

WH

Gemeinschaftstour Klettern im Dahner Felsenland 29.05.21

Was eine Teilnehmerin berichtet:

DAV Tour Pfalz 29.5.21

Endlich konnte es wieder gemeinsam raus an den Felsen gehen! Zu fünft machten wir uns unter Walters Leitung auf den Weg ins Dahner Felsenland. 

Bei herrlichstem Wetter konnten wir wieder Felskontakt aufnehmen und unsere Fertigkeiten beim Clean-Climbing ausbauen.
Die Einstiegstour war auf der Hochsteinnadel der Normalweg, die mit einem wunderschönen Panoramablick aufs Umland belohnte. Dafür nahmen wir auch die „Spagat-Kletterei“ unterhalb des Gipfels gerne in Kauf. 

Direkt daneben lockten am Hochsteinmassiv der Dornenriss und der Eichenriss – wie der Name schon vermuten lässt, schöne Risskletterei bis in den 6. Grad. 

Neben dem sportlichen Aspekt kam auch das Gemeinschaftserlebnis nicht zu kurz. In der Hängematte konnte Kraft aufgetankt werden und süße Leckereien schmeckten ausgezeichnet zu Kerstins Espresso (sie hatte eigens einen Campingkocher mitgebracht).

Dies entschädigte auch dafür, dass wir nicht den obligatorischen Abschluss im Bärenbrunner Hof feiern konnten – dies wird bei einer der nächsten Touren sicherlich nachgeholt!

Vielen Dank an Walter für die Organisation dieses Klettertags, der echten Urlaubscharakter hatte!

Jutta Kammer

Wie es der Organisator schreibt:

Auf Eintagesformat gekürzt, ohne die obligatorische Einkehr nach dem Klettertag im Bärenbrunnerhof, aber immerhin im Rahmen der Möglichkeiten der Coronaverordnung in Rheinland-Pfalz konnte unsere Gemeinschaftstour ins Dahner Felsenland stattfinden.

Als Ziel hatten wir uns den Hochstein bei Dahn ausgesucht, der jede Menge spärlich abgesicherte Klassiker bietet. Die meisten Kletterer meiden den Fels bei Sonnenschein, weil es hier an der Südseite recht schnell heiß wie in einem Backofen wird. Zu unserem Glück waren die Temperaturen noch erträglich und der Andrang gleichzeitig sehr gering, sodass wir uns den Luxus leisten konnten, in den kürzeren Routen auch mal ein Toprope einzurichten. So hatten alle mal die Gelegenheit, den Dornen- und Eichenriss erst einmal zu projektieren, bevor es an den bereits platzierten oder selbst gelegten mobilen Sicherungen an den Vorstieg ging.

Am Ende des Tages hatte alle einmal auf dem Gipfel der Hochsteinnadel gestanden, was immer wieder etwas besonderes ist. Die letzten Meter im Spagat über dem Soldatenfriedhof und dann der Übertritt auf die Nadel haben einen ganz eigenen Reiz!

Walter Knapp

Fazit: Ein toller Tag für alle!

Klettern im Dreisamtal: Gemeinschaftstour Gfäll 12./13.06.21

Fahrt mit Walter in den Schwarzwald, haben sie gesagt. Genussklettern im 3. und 4. Grad, haben sie gesagt…

So manches Mal hat mindestens ein Teilnehmer der Gemeinschaftstour (Name dem Autor bekannt) mich wohl heimlich verflucht, aber am Ende war es wirklich ein tolles Erlebnis für alle. Nachdem der anstrengende Zustieg gemeistert war, wurde am vorderen Fels den ganzen Tag überwiegend im Schatten bei angenehmen Temperaturen Freundschaft mit dem für die meisten noch unbekannten Gestein, nämlich Gneis, geschlossen. Die teils noch etwas feuchten Felsen waren dank der rauen Oberfläche erfreulich griffig und boten auch den Füßen gute Reibung, wenn man sich erst einmal traute.
Platten-, Reibungs-, Verschneidungsklettern und auch ein herausfordernder Überhang brachten Spaß für alle drei Seilschaften.

Ganz im Glück waren wir mit unserem komfortablen Campingplatz, kurz vorher gab es endlich das ersehnte „Go“ für eine Übernachtung, ohne die unsere Gemeinschaftstour nicht hätte stattfinden können- die weite Anreise hätte eine Tagestour weder lohnend noch umweltverträglich gemacht.
So konnten wir nach dem ersten Tag sowohl die luxuriösen Duschen als auch das Restaurant des Platzes ausgiebig nutzen. Nach den langen Monaten ohne auswärtige Übernachtungen und ohne „richtige“ Gastronomie eine so unwirkliche wie erfreuliche Situation!

Tag zwei zeigte uns, dass man am Gfäll sonntags unbedingt etwas früher aufstehen muss. Nahezu alle Felsen waren gut besucht, und am Birkenwändle, an dem ich dem oben erwähnten Kletterer die Genusstouren im 3. und 4. Grad versprochen hatte, fand sogar ein Kurs statt, sodass wir hier nicht klettern konnten und es noch eine ganze Weile dauerte, bis jede Seilschaft eine passende Route gefunden hatte.

An der Rhodewand konnten spannende Mehrseillängen mit Ausblick geklettert werden, und am Fels vom Vortag waren auch noch Routen frei.

Ein großartiges Wochenende mit tollen Teilnehmer*innen und neuen Erfahrungen in einem für uns Bergsträßer nahezu unbekannten Klettergebiet. Vielleicht heißt es nächstes Jahr ja wieder „Fahrt mit Walter in den Schwarzwald, Genussklettern im 3.und 4. Grad“. Ich hoffe, ich kann mein Versprechen bezüglich des Genusses dann auch gleich auf Anhieb erfüllen, wir müssen vermutlich einfach etwas früher aufstehen…