„Klitzekleine Sektionsfahrt“ von Mitgliedern der Jugendgruppe und der KAGru
Was eigentlich als „Kleine Sektionsfahrt“ für bis zu 30 Teilnehmer*innen in einem Selbstversorgerhaus, gelegen im Örtchen La Vancelle im Elsass, geplant war, wurde am Ende zu einer offenen Ausfahrt der Jugendgruppe, unter Beteiligung von KAGRu-Mitgliedern.
Was war los, warum fand das alles nicht wie geplant statt? Nun, wegen der Wasserknappheit verhängte die Gemeinde La Vancelle ein Belegungsverbot für unsere Unterkunft, weil die Löschwasserversorgung nicht gewährleistet sei. Somit wurde die Anmeldungsfrist für die geplante Fahrt gestoppt und als Plan B fand sich die Lösung, mit einem Teil der Interessent*innen eine Woche auf einen Zeltplatz in den Hochvogesen zu fahren, um von dort aus rund um den Hohneck bzw. den Col de La Schlucht Klettern und wandern zu gehen. 8 Personen trotzten schließlich zwischen dem 26.08. und dem 02.09. den abends nur einstelligen Temperaturen und teilweise ergiebigen Regenfällen auf der Westseite der Vogesen-Hauptkamms. Ein kleiner, gemütlicher Campingplatz war der Stützpunkt für die Aktivitäten der kleinen Gruppe.
Hier ein paar Bilder von den Aktivitäten in der alpinen Zone der Vogesen:
Sentier des Roches
Vor der Kurve
Nach der Kurve
Ferme de Frankenthal
Wege, die…
…begeistern!
Martinswand
Rocher Hans de Lac Blanc, Normalweg
Dietmar on top
Schicker Rastplatz
Gut in Szene gesetzt!
On top, ohne Dietmar 😉
Anika und Piet von der Jugendgruppe haben hierzu einen eigenen Text verfasst, den es auf der Seite der Jugendgruppe zu lesen gibt.
Vogesenfahrt 2023
Vom 26.8. bis zum 2.9. fand auf dem Zeltplatz in Xonrupt-Longemer die offene Jugendausfahrt in die Vogesen statt. Sie war ursprünglich als kleine Sektionsfahrt geplant. Dabei waren Lea, Dietmar, Piet, Anika, Christian, Jenny, Kerstin und Walter. Die Granitwände der Martinswand waren unser Hauptziel mit ihren Sportkletter- und Mehrseillängentouren. Dort erlernten wir zuerst das Abseilen und den Standplatzbau, bevor wir dies in die Tat umsetzten. Auch der Gipfel des Rocher Hans am Lac Blanc wurde mit 6b+ Seillängen bezwungen. Wenn es mal in der Mittagspause etwas regnete, wurde in einer Felshöhle gevespert. An den Regentagen gingen wir jedoch wandern. Trotz des regnerischen Wetters wurde der naheliegende See zum Baden genutzt. Abends wurde gemeinsam gekocht und dank Leas Ninja Foodie waren wir immer gut mit Essen versorgt. Damit niemand beim Schlafen frieren musste, wurden die Trinkflaschen als Wärmflaschen benutzt. Am letzten Tag brachen wir sehr früh auf, weil der erste Teil unserer Strecke wegen einem Triathlon später gesperrt wurde.
Von Piet und Anika
Kletterzentrum-FAQ / Häufige Fragen
Hier könnt ihr euch vor eurem Besuch schon wichtige Informationen einholen.
Bei uns wirst du von einer/einem ehrenamtlichen Helfer*in am Anmeldungs-Container empfangen (erkennbar am Schild über der Tür). Dort trägst du dich in die Benutzerliste ein und bezahlst gegebenenfalls als Nichtmitglied der Sektion die gültige Benutzungsgebühr bei dem/der Helfer*in. Von diesem netten Menschen bekommst du auch alle wichtigen Informationen als Neuling in unserem Kletterzentrum. Ob du am Turm klettern, Klettersteig gehen oder eine Route im Fels ausprobieren möchtest- hier wird dir geholfen. Wenn du bei deinem Besuch irgendwelche Fragen hast, wende dich jederzeit an die ehrenamtlichen Helfer*innen, die den Tagesdienst machen.
Klar. Bei uns können an den entsprechenden Tagen (Dienstag, Donnerstag, Samstag, Sonntag) auch Gäste klettern. Mitglieder einer anderen Sektion zahlen bei Vorlage ihres DAV-Ausweises (unbedingt mitbringen!) eine vergünstigte Nutzungsgebühr. Ohne DAV-Ausweis wird die Gebühr für Nichtmitglieder berechnet.
Ja, an der Anmeldung kannst du dir Klettergurt, Klettersteigset, Helm etc. gegen Gebühr und ein Pfand ausleihen, wenn du (noch) keine eigene Ausrüstung dabei hast.
Ja, die Linien 1 bis 4 sind mit Topropeseilen ausgestattet. Diese dürfen nicht abgezogen werden. An 5 weiteren Linien mit „Easy Top“-Umlenkern können zusätzliche Topropes zum Verbleib selbst eingehängt werden, die dafür vorgesehenen Seile können im Container kostenlos abgeholt werden. An allen anderen Linien müssen die Seile (auch eigene) wieder abgezogen werden, nachdem eine Seilschaft fertig mit Klettern ist.
Klar. Ob eigene oder mitgebrachte Kinder von Freund*innen oder Verwandten: Ihr habt die Aufsichtspflicht! Es muss gewährleistet sein, dass die Minderjährigen nicht gefährdet werden, während ihr selbst am Klettern seid. Ebenso sollen die Kids nicht andere Besucher*innen gefährden, wenn sie beispielsweise im Sicherungs-/Fallschutzbereich herumrennen. Wir zählen da auf eure Instinkte als Eltern. Wenn ihr mit ganz kleinen Kindern kommt, platziert Kinderwagen bitte so, dass weder euer Nachwuchs noch Kletternde gefährdet werden (Stolpergefahr z.B.). Der Spielplatz steht nach dem Turmneubau aktuell nur eingeschränkt zur Verfügung, hier wollen wir schnellstmöglich wieder attraktive Spielmöglichkeiten schaffen und bitten um etwas Geduld.
Mit ihren Eltern oder von diesen beauftragten Personen dürfen Minderjährige bei uns klettern. Jugendliche ab 14 Jahren können mit einer Einverständniserklärung auch ohne Aufsichtsperson bei uns klettern. Die notwendigen Formulare gibt es zum Download hier auf der Seite oder in Papierform im Container.
Nein, alle Möglichkeiten des Kletterzentrum Weinheim stehen sowohl den Sektionsmitgliedern als auch den Besucher*innen zur Verfügung. Klärt mit dem Ordnungsdienst vorher kurz, ob euer Material und eure Erfahrung für das Klettern am Fels reicht.
Wenn ihr Erfahrung mit Klettersteiggehen habt, dann gerne. Ohne Erfahrung empfehlen wir, einen unserer Klettersteigkurse zu absolvieren. Wenn ihr bei der Anmeldung fragt, kann euch der Ordnungsdienst vielleicht auch eine*n erfahrene*n Klettersteiggeher*in zur Seite stellen, der euch mitnimmt. Aber das ist nicht garantiert.
Ihr benötigt normgerechtes Material zur Begehung des Klettersteigs: Hüft-Sitzgurt, Kombigurt oder Hüft-Sitzgurt in Verbindung mit einem Brustgurt; Klettersteigset mit Bandfalldämpfer; Kletterhelm. Für den sehr schwierigen Sportklettersteig („Karolasteig“) sind Kletterschuhe dringend empfohlen, die anderen Steige können mit Wander- oder Zustiegsschuhen begangen werden. Eine Rastschlinge („Faulenzer“) ist empfehlenswert. Vorsicht: Nur in der Rastposition einhängen, nicht bei der Fortbewegung!
Chalk gehört zum Sportklettern vor allem in den höheren Schwierigkeitsgraden dazu. Deshalb ist am Turm die Verwendung natürlich erlaubt. Bitte benutzt einen Chalkball und kein loses Chalk, und seid sparsam in der Verwendung. Unsere Griffe sollen noch an der Farbe erkennbar sein und der rote Fallschutzboden sieht ohne weiße Flecken viel schicker aus. Wenn der Chalkbag ausläuft: Der Ordnungsdienst gibt euch gerne einen Feger und eine Schaufel zum Aufkehren und einen Eimer Wasser. Am Fels kommt man in vielen Routen ganz ohne Chalk aus. Aber auch dort ist die Verwendung nicht untersagt. Hier gilt ebenfalls: sparsam sein, nur die Hände trocknen und nicht den Fels weißeln. Und bitte keine Tickmarks.
Nein, aktuell geht nur bar. Und um es den ehrenamtlichen Helfer*innen bei der Abrechnung einfacher zu machen, am besten passend oder zumindest in kleinen Scheinen.
Ihr braucht am Fels auf jeden Fall einen Helm. Ohne den dürft ihr wegen der Steinschlaggefahr den Bereich vor der Felswand nicht betreten. Unsere Routen variieren zwischen einer Seillänge/Sportklettern mit Umlenker und Mehrseilllängen mit mehreren Standplätzen. Für die kurzen Sportkletterrouten muss man den Vorstieg am Fels beherrschen und ist mit ca. 10 Expressschlingensets gut versorgt, für die Mehrseilllängenrouten dürfen es gerne 12 Sets sein, plus Material für die Standplätze (Schraubkarabiner, Sicherungs-/Abseilgerät, ggfs. Standplatzschlinge etc.). Sagt dem/der ehrenamtlichen Helfer*in bei der Anmeldung, was ihr vorhabt und wie eure Kenntnisse/Fähigkeiten sind, dann bekommt ihr eine Auskunft, ob euer Material und Kenntnisstand ausreichend und geeignet ist. Sowohl für den Vorstieg am Fels als auch für das Klettern von Routen mit mehreren Seillängen bieten wir Kurse an. Diese Kletterdisziplinen auf keinen Fall auf eigene Faust und ohne Anleitung/Ausbildung ausprobieren! YouTube ist kein Ersatz für einen Kletterkurs.
Bei uns müsst ihr eure Kenntnisse nicht nachweisen. Wir vertrauen darauf, dass ihr mit Eintragung in die Benutzerliste und Anerkennung der Benutzerordnung auch bestätigt, dass ihr die notwendigen Sicherungskenntnisse besitzt. Wer einen DAV-Kletterschein Toprope/Vorstieg oder ein vergleichbares Dokument einer anderen Organisation besitzt, kann das natürlich gerne vorzeigen.
Ja, wir bieten Kletterkurse für Anfänger*innen und Fortgeschrittene an unserem Kletterturm an. Auch für das Felsklettern und Klettersteiggehen gibt es Kurse. Diese findet ihr auf unserer Ausbildungsseite
Ja, das ist nicht verboten. Links neben der Herrentoilette steht an der Wand der Geschäftsstelle unser grünes „Raucherbänkel“. Nehmt Rücksicht auf andere Besucher*innen und raucht keinesfalls im Bereich der Fallschutzmatten um den Kletterturm. Bei Benutzung von Leihmaterial ist es verboten, mit angezogenem Gurt zu rauchen (unbeabsichtigte Beschädigungen möglich). Bei eurem eigenen Material raten wir euch dringend, das ebenso zu handhaben.
In den Krimmler Tauern
Gemeinschaftstour von Silvia, Monika, Hans und Dietrich im Juli 2023
Bei durchwachsenen Wetterprognosen machten wir uns auf den Weg gen Süden. Über den Achensee ins Zillertal und dann über den Gerlospass nach Krimml. Schon vom Parkplatz waren die höchsten Wasserfälle Österreichs zu bestaunen, die in drei Stufen über 384m hinabstürzen. Beim Anstieg über den Wasserfallweg kam man dem Getöse an vielen Aussichtskanzeln sehr Nahe und wurde entsprechend eingesprüht. Nachdem wir das Hochtal der Krimmler Ache erreicht hatten zog sich eine geschotterte Fahrstraße weit in die Berge hinein und wir erreichten das Krimmler Tauernhaus, eine hotelartige Unterkunft in 1622m.
Krimmler Wasserfälle
Am nächsten Tag folgten wir dem Weg zur Rainbachscharte. Zunächst durch Bergwald, dann durch Latschen, begleitet von ersten Regenschauern, am Rainbachsee vorbei und schließlich in die steile Scharte (2720m). Hier lag viel loses Gestein und Erdreich herum und wir waren über die Seile als Aufstiegshilfen sehr dankbar. Nach gut 1100m Aufstieg standen wir auf dem Bergkamm und blickten hinunter zu den beiden Gerlos-Seen und zur Zittauer Hütte, unseren nächsten Übernachtungsplatz (2328m). Trockenen Fußes erreichten wir unser Ziel unter der Reichenspitze und Wildgerlos-Spitze.
Rainbachscharte
Die Wetterprognosen für den kommenden Tag versprachen viel Feuchtigkeit von oben. Über die Roßkarscharte (2687m) erreichten wir das obere Rainbachtal, an dessen Ende markant auf einem Sporn die Richter-Hütte liegt. Die letzte Stunde unserer Wanderung und auch der Gegenanstieg aus dem Talboden waren wieder recht nass. Die Richter-Hütte ist eine kleine Hütte der Bergfreunde Rheydt mit nur 16 Betten und 35 Lagerplätzen und liegt auf 2367m.
Eigentlich wollten wir über die Zillerplattenscharte zur Plauener Hütte und am nächsten Tag über die Gamsscharte (ein B/C Klettersteig wieder zur Richterhütte. Aber eine Kaltfront überquerte in der Nacht das Gebiet und brachte Schnee bis auf 2000m hinab. Alles um die Hütte war weiß und es schneite kräftig weiter. Gar nicht daran zu denken die Zillerplattenscharte mit knapp 2900m Höhe bei diesen Verhältnissen anzugehen. So mussten wir im heftigen Schnee/Regen zum Tauernhaus wieder absteigen. Zum Glück bekamen wir noch Lagerplätze dort. Am Nachmittag hob ein zweistündiger Brotzeitspaziergang zur Söllnalm die Laune wieder an.
Strahlender Sonnenschein am nächsten Morgen – das Wetter hätten wir gerne gestern gehabt. Die Warnsdorfer Hütte mit den dahinterliegenden Eissee war unser Alternativprogramm. Zunächst auf dem Fahrweg bis zum Talschluss unter dem Krimmler Kees und der Dreiherrenspitze und dann hinauf auf 2380m.
Dreiherrenspitze
Jetzt sind nur noch abgeschliffene Felsen um den Eissee – zum „ewigen“ Eis sind es nochmals gut 1,5h. Wir rasten am See und genießen die herrliche Aussicht und die Spiegelungen an der Wasseroberfläche bevor wir uns in der Hütte stärken und dann den Rückweg wieder antreten. Gut 20 km stecken neben den Höhenmetern in unseren Beinen.
Spiegelungen am Eissee
Am letzten Tag galt es wieder zum E-Auto zu gelangen, – zu Fuß und nochmal die Wasserfälle bestaunen oder ganz bequem mit den Hüttentaxi. Auch wenn das Wetter uns zu einer Änderung zwang, so hatten wir doch ein beeindruckendes Bergerlebnis.
Dietrich
Unterwegs im Tannheimer Tal
Eine Wanderwoche mit dem Singkreis des DAV
In der letzten Juniwoche starteten elf Teilnehmer des Singkreises der Sektion Weinheim des Deutschen Alpenvereins ins Tannheimer Tal in Tirol, auch „das schönste Hochtal der Alpen“ genannt. Ab Bahnhof Weinheim und zurück wurden sämtliche Wege mit Zug, Bus, Lift oder eben auf Schusters Rappen bewältigt, nicht nur umwelt-, sondern auch kostenbewußt. Per Bahn erreichten wir über Ulm Pfronten im Allgäu, mit dem Bus ging es nach Nesselwängle im Tannheimer Tal. In der zweieinhalbstündigen Umsteigepause in Pfronten wurde die Brauereigaststätte nahe des Bahnhofs aufgesucht um sich bei köstlichem Bier und Weißwürsten zu stärken. In Nesselwängle angekommen, stand schon die Hausverwalterin an der Bushaltestelle, um den Gepäcktransport zum Ferienhaus zu übernehmen. Nach dem Erläutern der örtlichen Gegebenheiten übergab sie uns das Haus für eine Woche. Das Haus selbst war solide und gab sich ein wenig nostalgisch. Bald war das Abendessen im Gasthaus „Köllenspitze“ angesagt und danach ein Spaziergang im vollen Sonnenschein, der fast die ganze Woche lang anhielt. Heu war noch nicht gemacht, so kamen die Blumenfreunde in der Gruppe voll auf ihre Kosten, nicht nur im Tal, sondern später auch auf den Bergen. Besonders die wilden Orchideen, reich an Arten und Zahl, hatten es allen angetan.
Der Aggenstein von Pfronten aus gesehen
Kruzifix am Gimpelhaus
Gimpel von Nesselwängle
Die aktiven Bergler mit Köllespitz
An der Landsberger Hütte
Gruppe am Gipfelkreuz Wannenkopf
Am nächsten Tag ging es vom Haus aus auf die Eingewöhnungstour (die, wenn sie zu groß geraten ist, gerne auch ironisch „Eingehtour“ genannt wird) zu Füßen der Tannheimer Berggruppe, zum leider geschlossenen „Adlerhorst“. Der folgende Panoramaweg bot spektakuläre Blicke, dann ging es herunter nach Grän und Haldensee, wo eine süße Rast im Dorfcafe angesagt war. Weiter auf der Südseite des Haldensees, der viele Badegäste anzieht, nach Nesselwängle zurück. Gehstrecke des Tages 12 km, 330 Meter hoch bzw. ab.
Die Montagstour führte mit dem Bus nach Grän und mit der Kabinenbahn zum Füssener Jöchle auf 1818 Meter. Einige begnügten sich mit einer kleinen Wanderung, der Großteil ging den „Gräner Höhenweg“ zur Bad Kissinger Hütte auf 1788 Meter zu einer Rast, verzichtete aber dann auf den Gipfel des Aggenstein, der nochmal 200 Meter höher liegt. Abgestiegen wurde über den Weg 411 nach Tannheim und mit dem Bus zurück. Gehstrecke 10 km, 240 m hoch, 940 ab. Die Dreiseentour am nächsten Tag wurde zur wohl schönsten der ganzen Woche.
Nachts bis morgens bekam die Natur noch eine kleine Dusche von oben. Gleich nach dem Frühstück war der Hahn abgedreht und ab Vormittag wurde der Himmel wieder blau. Da war das Neunerköpfle auf 1864 Meter bei Tannheim schon eine ganze Weile mit der Kabinenbahn erreicht. Der Höhenweg führte vorbei an der Sulz- und Schochenspitze, die mit den letzten kleinen Schneelöchern und alpinen Frühlingsblumen bestückt waren, dann bald abwärts zur Landsberger Hütte. Der kleine Karsee davor heißt Lache, der Berg dahinter Lachenspitze. Der schöne Anblick auf das Gesamtpanorama mit Bergen, das Tal hinunter mit dem Traualpsee und dem Vilsalpsee ist schon einige Schweißtropfen wert. Auf der Landsberger Hütte brachten die Wanderer mit Blick auf die Kletterer am Steig auf die Lachenspitze den Flüssigkeits- und Kalorienhaushalt wieder in Ordnung. Der steile, steinige Pfad abwärts war recht fordernd, damit mußte eine weitere Rast an der Fischerstube am Vilsalpsee eingelegt werden. Zum Glück stand hier das Bimmelbähnchen nach Tannheim bereit. Tagesgehstrecke 11,2 km, 280 m hoch, 910 m ab.
Der Mittwoch ließ es etwas ruhiger angehen, die Höhenmeter steckten dann doch in den Beinen, und der anfängliche Nieselregen dämpfte die Wanderlust etwas, auch sollte das letzte Guthaben auf der Liftkarte verbraucht werden. So ging es mit dem Bus nach Schattwald zum Sessellift mit dem Ziel Wannenjochstadl auf 1570 m. Am Wannenjoch mit 1852 m waren fantastische Blicke in das westliche Allgäu über Bad Hindelang bis nach Sonthofen möglich. Im Abstieg über das Stuibental konnte nochmals eine breite Palette an Alpenflora bewundert werden. Gehstrecke 6 km, 250 m auf, 730 m ab. Am nächsten Tag wurden die Ziele wieder weiter gesteckt. Mit dem Schritt vor die Haustür begann der Weg zum Gimpelhaus, der sich gelenkfreundlich und konditionsfördernd bis auf 1659 m hoch windet. Über die Tannheimer Hütte auf 1713 m, die zur Zeit neu gebaut wird, führte der Alpenrosenweg unter das Sabachjoch. Die Schneetalalpe begrüßte die Wanderer mit dem Gegacker und Geschnatter des hauseigenen Hühner – und Entenhofs. Die Speisekarte der Alpe kann sich sehen lassen und wurde sehr genossen. Runter gings auf dem Weg 416 wieder direkt vor die Haustür, Gehstrecke 9 km, 630 Meter hoch und auch ab.
Auch der Freitag war wieder ein reiner per-pedes-Tag. Er wollte uns den Abschied leicht machen, indem er der Natur etwas mehr von dem lang erwarteten Niederschlag gab, die Böden auf den Almen hatten tiefe Trockenrisse. So war an dem Tag das Wetter recht durchwachsen, und so zeichnete sich auf der Krinnenalpe auf 1527 m ein längerer Aufenthalt ab. Dazu gab es noch eine zünftige Musik, ein einheimischer Künstler sang zum Akkordeon Tiroler und Allgäuer Lieder, befeuert vom einen oder anderen Enzianschnaps zwischendurch. Eine Dreiergruppe hielt es nicht auf den Stühlen, sie zog weiter zur Nesselwängler Edenalpe auf 1672 m und nach einer Tasse Kaffe direkt wieder nach Nesselwängle. Die Große Gruppe stieg von der Krinnenalpe aus ab. Gehstrecke große Gruppe 10 km, dabei 380 m auf und ab, kleine Gruppe 15 km, 590 m auf und ab.
Am letzten Abend bedankten sich die Mitglieder des Singkreises herzlich bei Walter Hebling, der seit 4 Jahrzehnten seine Schützlinge mit seinen Ideen, seiner hervorragenden Vorbereitung und seiner Tourenführung verwöhnt, so auch dieses Mal im Tannheimer Tal.
Hans Schlabing
Eröffnet!
Beim großen Sommerfest wurde der neue Kletterturm feierlich eingeweiht
Am letzten Frühlingswochenende im Jahr 2023 war es endlich soweit. Im Rahmen des Sommerfestes der Sektion Weinheim wurde der neue Kletterturm feierlich eröffnet.
Unter Begleitung der örtlichen Presse und des Weinheimer Oberbürgermeister Manuel Just wurde am Samstag, 17.06. der neue Kletterturm feierlich eröffnet.
Eingestimmt wurde der Tag durch den Gesangsvortrag unseres Singkreises unter der wie immer professionellen Leitung von Walter Hebling.
Mehr als 450 Besucherinnen und Besucher waren über den Tag verteilt anwesend. Gegen 13:40 wurde das Seil, welches unseren neuen Kletterturm als symbolisches Geschenkband „verpackt“ hatte, durch unser Mitglied Diether Maurer sowie als Vertreter des Vorstands Christian Rost und Lea Paul als Vertreterin der Jugend, aufgeknotet.
In einer als Dialog gehaltenen Rede hatten zuvor Walter Knapp und Wolfgang Engelter die Geschichte zur Entstehung des Kletterturms mit all ihren Höhen, Freuden und Rückschlägen dem Publikum erklärt. Man dankte den vielen Helferinnen und Helfern im Turmteam und bei den Arbeitseinsätzen. Der Einsatz für den Neubau wurde mit einer übrig gebliebenen Verkleidungsplatte gewürdigt, auf der sich alle Helfenden verewigen konnten. Im Anschluss standen Walter und Wolfgang noch für weitere Fragen rund um den Turmbau zur Verfügung.
Eine besondere Freude war es, das Lob von Irmel Henning, Ehefrau des verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Ernst Henning, entgegen zu nehmen. „Toll ist er geworden“, sagte sie zum neuen Turm und freute sich sehr über das große Engagement und die verbindende Kraft, die dieses Projekt geschaffen hat.
Weiter ging der Tag, der durch Reiner Zimmermann hervorragend vorbereitet war und moderiert wurde, mit freiem Klettern am Turm und an der Jakobswand. Viele Interessierte nahmen dabei das Angebot an, sich als Anfänger durch unsere unterstützenden Mitglieder durch die Klettersteige führen zu lassen.
Die Möglichkeit, mit kostenlosem Leihmaterial am Turm zu klettern, wurde von Groß und Klein rege genutzt, und viele stellten sich erstmals der Herausforderung, an einfacheren oder schwierigeren Routen die 16m hohen Wände zu erklimmen. Erfahrene Kletterinnen und Kletterer sicherten die Anfänger dabei und gaben so machen Tipp zu Technik und Sicherheit.
Mit der Aktion „Klettern für’s Klima“ wurde in einem offenen Wettbewerb das Engagement für den Klimaschutz in der Sektion beworben.
Und egal wo man hinschaute: überall sah man den Turm auf den „Soli-T-Shirts“ über das Gelände laufen. Die Aktion „Erstbesteigung 2023“ war ein voller Erfolg und ein echter Hingucker.
Viele der Besucher zeigten schon im Laufe der Veranstaltung ihr Interesse an der Arbeit des Deutschen Alpenvereins. Die Ausübung des Alpinismus in seinen vielfältigen Bergsportarten, der Umwelt- und Naturschutz sowie das Ausbildungs- und Tourenprogramm der Sektion waren immer wieder gefragte Themen bei den Besucherinnen und Besuchern. Vom Klettervirus infizierte Kinder und Eltern erkundigten sich, welche Möglichkeiten es für Kinder, Jugendliche und Familien gibt, bei uns den Klettersport zu betreiben. Unsere Jugend im DAV (JDAV), die bei dem Fest unter Anderem einen rege genutzten Upcycling-Workshop durchführte, ist hier ebenso wie die im Umbruch befindliche Familiengruppe Ansprechpartner. Der ein und andere Aufnahmeantrag für Neumitglieder wurde gestellt.
Nach all den spannenden Tagen und Wochen der letzten Monate kehrt nun wieder „Normalität“ auf unserem Sektionsgelände ein. Die der ersten Öffnungen unter der Woche und an den Wochenenden haben schon eine deutliche Steigerung der Besucherzahlen gezeigt.
Das Koordinationsteam für die Kletterorganisation wird sich zusammen mit der Kletter- und Alpinistikgruppe (KAGru) in den nächsten Tagen Gedanken darüber machen, wie wir der durch den attraktiven Kletterturm stark erhöhten Nachfrage der Besucher besser gerecht werden können. Wir wollen auch in Zukunft weiterhin ein hohes Niveau bei der Betreuung durch den Ordnungsdienst bei möglichst erweiterten Öffnungszeiten sicherstellen können. Dazu brauchen wir auch euch. Bitte schaut regelmäßig in den Kalender auf der Homepage und tragt euch für Ordnungsdienste ein, damit wir zusammen mit unseren Gästen eine tolle Klettersaison erleben dürfen.
Eurer Vorstand, die KAGru und die Jugend im DAV der Sektion Weinheim
Ein paar Impressionen vom Fest
Wir starten!
Liebe Sektionsmitglieder und Gäste, es ist so weit. Am Sonntag, 28.05. konnten wir erstmals den Kletterbetrieb aufnehmen und somit verspätet in die Saison 2023 starten. 50 Kletterinnen und Kletterer testeten ausgiebig die Routen am nagelneuen Kletterturm und freuten sich, dass sie nun endlich auch wieder Hand an den Fels legen und sich im Klettersteig auf größere Unternehmungen in den Alpen vorbereiten konnten.
Abendsonne nach einem gelungenen „Soft Opening“ der Saison 2023
Wir freuen uns sehr, dass wir an den Wochenenden die Öffnungszeiten deutlich verlängern können.
Schaut auf die Homepage und seht direkt auf der Startseite, ob das DAV Kletterzentrum Weinheim geöffnet ist.
Vielen Dank an alle Helferinnen und Helfer, die vor allem auf der Zielgeraden, also in den vergangenen drei Monaten, mit viel Engagement und Muskelkraft das eine oder andere kleine Wunder vollbracht haben, um das große Projekt zum Abschluss zu bringen.
Wir freuen uns darauf, euch in unserem Kletterzentrum begrüßen zu dürfen!
Vielleicht der letzte Arbeitseinsatz am neuen Turm?
Der große Moment rückt näher. Am 20.05. wurden wieder viele Steine und jede Menge Erdreich bewegt, um den Hang um den Kletterturm zu stabilisieren. Weitere Gabionenkörbe wurden aufgestellt und mit handverlesenen Steinen von unserem Gelände befüllt.
Gabionen mit zukünftigen Sitzgelegenheiten
Nun sind es nur noch wenige weitere Gabionen, die zum Abschluss der Befestigungsmaßnahmen hinter dem Turm gesetzt werden müssen, und dann kann der Bereich hinter der Gabionenwand mit dem Erdaushub befüllt werden, der auf dem Parkplatz zwischengelagert ist.
Die Feinarbeit zum Schluss
Dazu braucht es am kommenden Samstag viele Transportkapazitäten, Schaufeln, Schubkarren und Hände. Steine müssen eingesammelt, transportiert und in die Gabionenkörbe eingefüllt, Erdaushub vom Parkplatz geholt und hinter den Gabionen abgelagert und verdichtet werden.
Wer über eine Schubkarre und/oder eine Schaufel verfügt, darf sie gerne mitbringen. Mangels Bagger (und weil die meisten Bereiche wegen des bereits größtenteils verlegten Fallschutzbodens nicht mehr mit schwerem Gerät befahrbar ist) sind wir auf Muskelkraft und unmotorisierte Transportmittel angewiesen. Einen kleinen Fuhrpark von Schubkarren haben wir vor Ort, aber jede weitere inklusive Fahrer*in macht die Arbeit leichter und schneller.
Also, packt noch ein weiteres Mal mit an und helft, das Gelände so weit herzurichten, dass wir am Sonntag die Saison starten können. Die Jakobswand ist geputzt und kann dann auch zusammen mit dem Turm freigegeben werden. Übrigens- bis dahin werden noch weitere tolle Routen auf der Turm-Rückseite im moderaten Schwierigkeitsbereich von einem professionellen Routenbauer eingerichtet. Freut euch drauf!
Anmeldungen für den Arbeitseinsatz nimmt Christian Rost entgegen.
Beginn ist am 27. Mai um 10:00 Uhr, wer um diese Zeit noch nicht kann, ist auch später noch willkommen. Jede Hand zählt. Wir werden wieder bis zum späten Nachmittag arbeiten.
Wie immer gibt es auch für alle Helfenden ein Mittagessen. Wir sehen uns am Samstag!
Euer Turmteam, die Kletter- und Alpinistikgruppe, der Vorstand und der ganze Bautrupp.
Alpinum im Frühjahr 2023
Das Alpinum ist aus dem Winterschlaf erwacht. Hungerblümchen und Küchenschelle haben ihre Blüten schon in die Sonne gestreckt. Auch Akelei und Kugelblümchen stehen da nicht nach.
Es ist immer wieder ein schöner Anblick, wenn man auf das DAV Gelände kommt – klar, der neue Turm fängt da zunächst alle Blicke ein – aber das Mittelmeerbeet und das Alpinum glänzen mit vielen Pflanzen.
Küchenschelle
Akelei
Kugelblümchen
Ehrenpreis
Es bleibt aber leider nicht aus, dass Insekten und Schnecken sich über manche Pflanzen hermachen. So sind alle Alpenastern wie auch Gamander und Edelweiß ihrem Appetit zum Opfer gefallen. Wir werden da für Ersatz sorgen. Bis dahin erfreut euch an dem was blüht und gedeiht.
Monika und Dietrich
Ein bunter Osterturm
Einen Ostergruß der besonderen Art beschert uns im Moment das gesamte Turmprojektteam, denn es wird bunt am neuen Turm.
Nach dem sechsten Tag der Turmbestückung können wir euch voller Freude vermelden, dass wir immer noch im Zeitplan für die geplante Saisoneröffnung sind.
Mehr als 3.333 Griffe sind schon angebracht, 36 Routen sind daraus bisher geworden. Alle Routen wurden mehrmals probegeklettert, beraten, optimiert, gesichert und der Schwierigkeitsgrad verifiziert. Auch die Sicherheit war stets ein Kriterium – bei den Begehungsversuchen wurden schon viele der angebrachten Expressschlingen (meist unfreiwillig) ausgiebig auf Festigkeit getestet.
Nicht nur die drei für uns tätigen professionellen Routenbauer Nimo, Julian und Jan (Firma Wandwerk Kletterhallenservice) haben dafür zum Teil bis in die Nacht hinein geschraubt, sondern ebenso Christian und Marcus sowie aus der Jugendgruppe Dietmar und Piet. Sie haben zum Teil ihre „Erstlingswerke“ an den Turm gesetzt. Heraus kamen Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden 3+ bis 10 auf schon weit mehr als 400 qm Kletterfläche. Gut 1.200 Griffe werden jetzt noch nach und nach angebracht, mehr als 800 davon liegen aber noch in Großbritannien im Zoll. Die fehlenden Griffe werden in den kommenden Wochen auf der Hangseite des Turms angebracht. Aufgrund der Enge zum Hang werden diese dann ausschließlich „aus dem Seil geschraubt“. Wie das genau geht, hat uns schon mal der jüngste aller Schrauber, unser Piet gezeigt. Michi, Chef der Kletterhalle vom DAV Frankenthal, wird uns dort auch noch einige Wunschrouten einrichten.
Unterstützt wurden die Arbeiten von vielen weiteren engagierten Mitgliedern aus der KAGru und der Jugendabteilung. All das zeichnet unser intensives Vereinsleben rund um die Jakobswand aus: auf den Punkt sind alle da, die man für die Umsetzung eines solchen Projekts braucht – es mussten sogar einige Hilfsangebote abgesagt werden. Danke an euch alle, für die Arbeit während eurer Freizeit, an den Wochenenden und am Feiertag.
Wie geht‘s nun in den nächsten Tagen weiter? In der nächsten Woche kommen die Jungs von HighWorkSolutions und komplettieren das Dach. Alle Materialen dazu sind bereits eingetroffen und das Wetter scheint es auch gut mit uns meinen. Ab Freitag, dem 14. April werden wir den Zufahrtsweg instandsetzen und den Boden um den Turm für die Fallschutzmatten vorbereiten.
Der Kran wird am 17. April abgeholt, dann ist der Rettungsweg wieder frei und wir kümmern uns danach unmittelbar um die Jakobswand, und zwar mit einem Wandeinsatz, der von Wolfgang Pluschke geleitet wird. Wenn alles gut geht kommt dann zum Schluss, am 22. April, die Verlegung der Fallschutzmatten.
Ihr alle habt sicherlich das Monatstelegramm bekommen. Wer sich noch als Helfer anbieten möchte, ist an allen Tagen ganz herzlich willkommen. Wie, wo und bei wem Ihr euren Einsatz und Hilfe anmelden könnt, ist im Monatstelegramm beschrieben. Das ist wichtig, damit die benötigten Helfer*innen gegebenenfalls auch kurzfristig ein- bzw. umgeplant werden können.
Wir selbst machen jetzt aber auch drei Tage Pause, bedanken uns für eure Geduld und Unterstützung und wünschen euch allen.
Ein frohes Osterfest, bleibt gesund und bis bald. Eure Jugendgruppe, die KAGru und das Turmprojektteam
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