Verhalten bei Felssturz und Steinschlag

Hinweise für Bergtouren im Spätsommer und Herbst

Immer deutlicher kann es der Bergwanderer erkennen. Die Klimaveränderungen nehmen ganz besonders in den höheren Lagen viel mehr Tempo auf als in der tiefen Ebene.

Immer größer werden die Herausforderungen für die einzelnen Sektionen des deutschen Alpenvereins Ihr Wegenetz und die Hütten dem anzupassen.

Der Rückgang der Gletscher und Schneebestände in den Hochlagen bedeutet u.a. immer weniger Wasser auf den Hütten und für den Wanderer und Bergsteiger immer größere Umwege durch Geröllfelder.

Das Verschwinden der Gletscher ist neben dem sich immer mehr nach oben verschiebenden Permafrost der Hauptgrund von Steinschlägen und Felsabbrüchen. Die neusten Messungen der Geologen lassen erkennen, dass der Permafrost auf der Nordseite der Berge schon bei 3.200 Höhenmeter verschwindet, auf den Südseiten schon bei 2.800 Höhenmeter. Von Permafrost spricht man, wenn die Temperatur für mindestens zwei Jahre ununterbrochen unter 0° Grad Celsius bleibt.

Während der Permafrost als natürlicher Kleber der Steine und Felsen fungiert, ist der Gletscher unten mit seinem Gewicht quasi das Gegenstück das den Fels stabilisiert. Ist also der Gletscher verschwunden fehlt der Druck von unten auf den Fels.

Alles das passiert mit großen Schritten. In den Ebenen hat die Klimaerwärmung mittlerweile das 1,5° Grad Ziel gerissen, in den Hochlagen der Alpen steigt im gleichen Zeitraum die Temperatur aber schon mit 2,3° Grad überdurchschnittlich schnell.

Zeit sich also mit neuen Gefahren zu beschäftigen und vorzubereiten. Was tun bei Felsabbruch und Steinschlag und worauf muss ich achten.

Zunächst einmal erkennt der Wanderer ein Gefahrengebiet daran in dem er Fels- und Stein in seiner Umgebung ließt.

Der Unterschied am Fels in den Farben des Gesteins läßt erkennen ob ein Abbruch kurz vorher war. Genauso ob Steine und Geröll mit sogenannten Schuttdecker Pflanzen bedeckt sind. Alles ohne Pflanzen ist in einem relativ kurzen Zeitraum abgebrochen. Gestein mit Pflanzen oder Moos liegen da schon länger.

Liegen nah an einer (bröckelig aussehenden) Felswand auf und neben dem Wanderweg viele kleine, unbewachsene Steine, dann besteht akute Steinschlaggefahr.

Schotterhalden unter einer Felswand sind Beweise für kontinuierliche Sturzprozesse, die das ganze Jahr über auftreten können. Einzelereignisse wiederum, vor allem bei Starkniederschlägen, sind vor allem in und unter rinnenartigen Bergstrukturen zu erwarten.

Daraus folgt, in der Regel sind Stein- und Felsabbrüche nicht kurzfristig, oder einmalig, sondern ziehen sich über mehrere Tage und Wochen. Hier sind die Hüttenwirte gute Ansprechpartner. Denk bei der Gelegenheit daran, dass Informationen vom Hüttenwirt keine Einbahnstraße sind, sondern, dass auch Ihr für euch ungewöhnliche Beobachtungen an den Hüttenwirt weitergebt.

Was also zu tun?

Seit Ihr alleine, oder in kleinen Gruppen unterwegs so beobachtet stets die Umgebung. Achtet auf Geräusche. Hier hilft der sogenannte dreifach Blick, also Berg, Gruppe, Bedingungen. Steine oder Felsen die herab brechen erreichen Geschwindigkeiten von über 200 km/h. Es bringt also wenig einfach wegzulaufen.

Beobachtet also den Flugweg der Steine und sucht dann Schutz zum Beispiel hinter bereits abgestürzten Felsen. Kennt Ihr den Weg den die Steine nehmen, dann macht euch klein und schützt euch, zumindest den Kopf, unter eurem Rucksack.

Auf bestimmten Wandertouren kann es sinnvoll sein, einen Helm mitzunehmen: wenn ihr euch sehr lange auf Bergwegen unterhalb Steinschlag gefährdeter Felswände aufhaltet oder wenn Ihr Abschnitte um stark frequentierte Kletterwände durchlaufen müsst.

Seit Ihr in einer Seilschaft verbunden, so kann es sinnvoll sein, wenn Ihr guten Stand habt und euch nicht gerade in den Gletscherspalten aufhaltet, euch in VORHERIGER Absprache mit der Seilschaftsführung auszubinden, so dass jeder einzelne sich einen sicheren Platz suchen kann. Eingebunden in der Seilschaft wird das nichts, wenn alle in verschiedene Richtungen gehen. Binden sich die in der Mitte laufenden Bergwanderer aus, so haben die beiden an den Seilenden mehr Bewegungsfreiheit.

Ab ins Hochgebirge

Oder „Mein erster Dreitausender“

Fast sieben Monate vergingen in diesem Jahr von der Planung, dem regelmäßigen und teilweise mühevollem Training bis zu unserem Ziel das erste mal aus eigener Kraft einen 3.000der zu besteigen. Über Fels, Schnee und Eis erreichten wir unser Ziel, das Sustenhorn am 12. August in den letzten Morgenstunden. Da das Sektions-Projekt „Mein erster 3000er“ in diesem Jahr nicht wie geplant durchgeführt werden konnte, fand sich aus den Interessent*innen diese private Gruppe zusammen, um sich gemeinsam mit Wolfgang auf die Gipfelbesteigung vorzubereiten.

Tag 1: Vom Morgenmuffel zur Bergziege

Es war noch stockdunkel, als die tapfere Seilschaft sich am 11. August um 4:30 Uhr in Weinheim versammelte. Anja, frisch im Alpin-Fieber, Frederik, unser 29-jähriger Draufgänger, und Ute, die mit ihren 67 Jahren mehr Energie ausstrahlte als so mancher Jungspund, starteten in den Tag. Schade und traurig war, dass sowohl Diana, die sich in der ganzen Zeit zuvor mit Wolfgang in die Vorbereitung eingebracht hatte, als auch Anke aus dem Team, aus gesundheitlichen Gründen kurz vorher Ihre Teilnahme absagen mussten. Auch Hilde konnte nicht dabei sein, der Urlaub mit der Familie war schon länger geplant. Bei all dem Training und den Vorbereitungen der vorhergehenden sieben Monaten hätten die drei die Tour und das Gipfelerlebnis mehr als verdient.

Unser Organisator Wolfgang Engelter, der seine zweite Heimat im Alpenraum hat, führte die Vierergruppe mit einem schelmischen Grinsen – ob es die Uhrzeit oder die bevorstehende Tour war, blieb sein Geheimnis.

Nach einer staufreien Fahrt erreichten wir um 10:00 Uhr das Hotel Steingletscher, wo wir uns eine kurze Verschnaufpause gönnten, bevor es ans Eingemachte ging. Um 11:00 Uhr hieß es: Hochtourengepäck auf den Rücken und mit bis zu 16 kg Ausrüstung losmarschieren! 700 Höhenmeter standen uns bevor, aber die Motivation war ungebrochen – oder lag das an der Aussicht auf ein kühles Panaché auf der Tierberglihütte?

Um 14:00 Uhr war es dann soweit: Die Hütte auf 2795 Metern tauchte am Horizont auf, als wäre sie uns extra aus den Wolken vor die Füße gefallen. Nach einer erfrischenden Runde Panaché und dem Einchecken im gemütlichen Matratzenlager (mit 16 Betten – fast wie eine Klassenfahrt), gönnte sich unser Wolfgang ein Einzelzimmer. Man muss ja Prioritäten setzen!

Frisch gestärkt ging es dann an die erste Trainingseinheit Mannschaftszug auf das Gletschereis bevor der Magen um 18:00 Uhr zum Abendessen rief. Die Verpflegung? Vorzüglich! Ein Highlight war der frische grüne Salat, den die Mutter des Hüttenwirts Toni höchstpersönlich im Rucksack hochgetragen hatte – inklusive Umweg über den Tierberg. Da schmeckte das Grün gleich doppelt so gut!

Unter einem sternenklaren Nachthimmel kuschelten sich alle in ihre Schlafsäcke. Am nächsten Morgen würde das Abenteuer so richtig beginnen.

Tag 2: Das Sustenhorn und die Sache mit der Spalte

Frühstück in der Hütte? Zwischen 4:00 und 7:00 Uhr – für uns bedeutete das ein Treffen um 6:00 Uhr. Ein gemütlicher Start zum Sustenhorn, dachten wir, aber unser Wolfgang hatte andere Pläne.

Schon beim ersten Abstieg von der Hütte über das Schneefeld zeigten sich die Herausforderungen des Tages: Steigeisen wurden festgezurrt und los ging’s. Die Überquerung der Süstlispalten verlief Anfangs ohne Probleme, bis Wolfgang – ganz der pädagogische Meister – prompt mit einem Bein in eine Gletscherspalte rutschte. Ob er wirklich einbrach oder uns einfach zeigen wollte, wie man das elegant löst, bleibt sein Geheimnis. Es war jedenfalls ein Highlight des Tages, über das noch lange gelacht wurde.

Nach 3 Stunden und 50 Minuten standen wir auf dem Gipfel des Sustenhorns, die letzten Meter über Felsen kletternd – natürlich ohne Gepäck, aber mit dem Gipfelenzian, denn wer schleppt schon freiwillig? Ein kurzes Gedenken galt unserem früheren Mitglied in der Gruppe Arndt, der leider viel zu früh aus dem Leben geschieden ist. Ein Stein aus unserem Kletterzentrum haben wir für Ihn auf dem Gipfel abgelegt.

Der Rückweg erzwang noch einen kleinen Umweg oberhalb des Spaltenfeldes. Wieder an der Hütte angekommen, hieß es: Panach in der Sonne und ein verspäteter Nachmittagsschlaf, bevor das nächste 4-Gang-Menü serviert wurde. Die Stimmung? Ausgezeichnet! Ein Gewitter am Abend brachte jedoch etwas Nervosität in die Truppe. Was, wenn der nächste Tag ins Wasser fiele?

Tag 3: Ein Tierbäääärg zum Abschied

Doch der Wettergott meinte es gut mit uns! Am 13. August strahlte der Himmel in leuchtendem Blau bei angenehmen, aber viel zu warmen, 8 Grad. Der geplante Abstieg wurde kurzerhand um einen Gipfel erweitert: den Tierberg (3050 m). Mit leichtem Gepäck – die Pickel blieben in der Hütte – machten wir uns auf den Weg und standen nach knapp zwei Stunden am Gipfel. Die Aussicht? Unbezahlbar! Die Laune? Unschlagbar!

Zurück an der Hütte gönnten wir uns eine kurze Rast, nahmen unser Gepäck auf, bevor der steile Abstieg zum Parkplatz anstand. Die Beine brannten, aber der Stolz überwog. Nach über 5 Stunden Wanderzeit erreichten wir schließlich den Parkplatz, wo sich die Seilschaft trennte: Anja ging in den Familienurlaub ins Vinschgau, während Wolfgang, Frederik und Ute den Weg zurück nach Weinheim antraten.

Eine Tour voller Höhen und Tiefen, Schweiß und Lachen – und das alles unter der Regie von Wolfgang, dem Mann, der sogar aus einem Spaltensturz ein Lehrstück macht.

Text: Ute Borlinghaus

Bilder: Ute, Wolfgang, Anja und Frederick

Noch eine Anmerkung von Wolfgang.

Zunächst einmal war der erste positive Eindruck, dass der Tierberggletscher in diesem Jahr kaum an Größe verloren hatte. Grund dafür war der starke Schneefall bis in den Juli hinein.

Darüber hinaus sollten wir uns von diesem Eindruck nicht täuschen lassen. Die Klimaveränderung schlägt besonders in den höheren Lagen der Alpen und dessen Gletscher und Eiswelt zu.

Auf dreitausend Meter Höhe sind Temperaturen am Morgen um 06.00 Uhr von 8 Grad und am Nachmittag von bis zu 16 Grad im Schatten einfach zu warm.

An- und Abstiege über Gletscher nach 12.00 Uhr / 13.00 Uhr ähneln mehr dem Besuch eines Schwimmbades als einer Hochgebirgswanderung.

Auf dem Rückweg vom Sustenhorn wurden wir schon am frühen Nachmittag Zeuge von extremen Felsstürzen. Mehr als 50 Brocken mit teilweise über einem Meter Durchmesser begleiteten uns beim Abstieg und auch am Folgetag schon am Morgen beim Aufstieg auf den Tierberg. Auch deshalb waren wir froh nicht die Route der Alpenvereinskarte gewählt zu haben, sondern den Umweg rechts über die Süstlispalten. Der Rückgang des Permafrosts  läßt die Berge auseinander brechen. Permafrost bedeutet, dass über einen Zeitraum von mindestens 2 Jahren die Temperatur im Fels nicht über 0 Grad Celsius liegt, sondern immer unter dem Gefrierpunkt. Mittlerweile liegt aber die Null Grad Grenze in unseren Sommermonaten schon deutlich über 5.000 Meter.

Lasst uns also weiterhin in unserem Alpenverein dafür werben, dass wir den Schutz des Alpenraums, besonders des Hochgebirges und des Klimas zu einer wichtigen Aufgabe unserer Generation machen.

Eine Reise durch die Wildnis zu Füßen der Mädelegabel

Bericht einer alpinen Wanderung: 22.-24. Juli 2024 (Führungstour)

Tag 1: Im Salamander-Land

Der 22. Juli begann so, wie man sich einen typisch alpinen Sommertag vorstellt: feucht, mystisch und mit Regenjacken, die fast mit der Haut verwachsen sind. Unser Ziel? Die legendäre Mädelegabel auf 2643 Metern. Der Startpunkt lag in Birgsau, einer Höhe irgendwo zwischen „da unten“ und „wann sind wir endlich da oben?“. Mit dabei: Ein paar Bergwanderer mit mehr Enthusiasmus als Verstand aber dafür mit jeder Menge guter Laune – trotz des Wetters.

Der Aufstieg zum Waltenberger Haus verlief unter dem Motto „trockener, aber feuchter Tag“ – eine Wetterbeschreibung, die sich nur ein Meteorologe ausdenken kann. Tatsächlich war es trocken genug, dass wir nicht im Schlamm wateten, aber in den tiefhängenden Wolken feucht  genug, dass die Regenjacken ihre Berechtigung hatten. Typisches Alpen-Salamander-Wetter also! Und tatsächlich: Einen dieser glänzend schwarzen Kerle haben wir am Wegesrand entdeckt, wie er gemütlich über den glitschigen Boden kroch.

Doch die wahre Überraschung lauerte in der Flora: Der Zustieg zum Waltenberger Haus erinnerte mehr an einen tropischen Dschungel als an das Allgäu. Der Türkenbund leuchtete in einem kräftigen Rosa über den dichten Unterbewuchs hinaus, als wolle er uns den Weg weisen. Gelber Eisenhut mischte das Ganze mit seiner vanillefarbenen Pracht auf, während rosa Quirlblättriges Läusekraut, Gilbweiderich, weiße Sterndolden und Blutweiderich einen wilden Farbmix darboten. Wiesen-Bärenklau und Grauer Alpendost setzten noch ein paar Akzente, sodass wir uns fast wie in einem botanischen Garten vorkamen – nur mit mehr Schweiß und weniger Sitzbänken.

Nach diesem floralen Abenteuer erreichten wir das Waltenberger Haus, wo wir uns für die Nacht einquartierten. Das Haus lag da wie eine Trutzburg im Regen, bereit, uns für den morgigen Gipfelsturm zu wappnen.

Tag 2: Gipfelsturm auf die Mädelegabel

Früh am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zur Mädelegabel, dem majestätischen Gipfel, der wie ein Wächter über dem Allgäu thront. Selten bestiegen wird der geschichtsträchtige Gipfel. Aber auch hier galt, beim DAV Weinheim gibt es keine leichte Touren, nur schöne. Hoch zur steilen Bockkarscharte und nach kurzem Abstieg sahen wir schon den Schwarzmilzferner vor uns liegen. Der letzte Gletscher des Allgäus, den wir zuvor überqueren mussten, empfing uns mit einem steilen, sulzigen Aufstieg. Grödel waren hier nicht nur eine gute Idee, sondern ein Muss – außer man wollte sich eine unfreiwillige Rutschpartie gönnen.

Der letzte Teil verlangte uns einiges ab, aber nach einigen Stunden, in denen der Schweiß in Strömen floss und die Gespräche immer knapper wurden, standen wir endlich auf der Mädelegabel. 

Bis dahin wurden wir auch von einer Vielzahl tierischer Freunde begleitet: Murmeltiere huschten um uns herum und pfiffen aus sicherer Entfernung, als wollten sie uns aufmuntern. Steinböcke hingegen thronten majestätisch auf den Felsen und warfen uns Blicke zu, die sagen sollten: „Ihr Menschen seid schon ein seltsames Volk.“

Danach die Aussicht? Spektakulär! Die Freude, der Stolz? Unbeschreiblich! Das Wetter? Die Wolken verschwanden langsam, der Blick auf die Trettachspitze, die Hochfrottspitze und die Sicht sogar bis zu Grünten waren abwechselnd frei.

Von der Mädelegabel ging es weiter zur Kemptner Hütte, ein Abstieg, der uns auf eine weitere Reise durch die alpine Flora führte. Die Wiesen um die Hütte herum schienen in ein Meer aus Arnika getaucht zu sein, während Kissen aus Tausendgüldenkraut und Langspornveilchen das Herz eines jeden Pflanzenfreundes höher schlagen ließen. Die Natur zeigte sich hier von ihrer zartesten und schönsten Seite, als wolle sie uns für die Anstrengungen des Tages belohnen.

Tag 3: Abschied mit Schneebrücken

Am 24. Juli war es dann an der Zeit, den Rückweg anzutreten. Das Wetter? Heute trocken, ausser man stand zu lange unter den zahlreichen Wasserfällen. An Tag drei in den Bergen freuten wir uns, dass die Sonne offenbar ganztägig aus Ihrem Urlaub zurückkam.

Die Blüten auf Wiesen und Wegränder um die Kemptner Hütte schenkten uns noch einmal ein Fest für die Augen und bildeten einen letzten bunten Teppich, über den wir sanft, aber müde schritten.

Nach Stunden des Wanderns und einer gefühlten Ewigkeit unter und über den Schneebrücken entlang des Sperrbachs erreichten wir schließlich wieder unseren Ausgangspunkt in Oberstdorf. Die Wanderung endete anders, wie sie begonnen hatte: Im T – Shirt in der Sonne, einem stolzen Lächeln im Gesicht und einem Herzen voller Erinnerungen.

Fazit: Wer die Mädelegabel erklimmt, braucht nicht nur Mut, Kondition, Steigeisen und Trittsicherheit, sondern auch eine gute Portion Humor – und eine wirklich wasserdichte Jacke!

Text: Ute Borlinghaus

Bilder: Wolfgang Engelter und Ute Borlinghaus

Eine herrliche Woche im Kleinen Walsertal

Singkreis des DAV wandert vom 29.06.2024 bis 06.07.2024

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr war der Singkreis mit seinem Leiter Walter Hebling in den Alpen zum Wandern unterwegs, diesmal im Kleinen Walsertal. Walter hatte die 15 Teilnehmer schnell zusammen. Der Gruppenfahrschein für die Bahn war recht preiswert, aber die alte Tante Bundesbahn war wie gewohnt schlecht drauf, mit Zugausfällen und Verspätungen, aber mit dem Umstieg auf den Bus ab Oberstdorf beruhigte sich die Lage wieder.

In Mittelberg und mithin in Österreich angekommen, ging es mit dem Bus weiter in den Ortsteil Höfle zum 300 Jahre alten Walserhaus der Moosbruggers, wo die Wanderer von Gertrud empfangen wurden, die mit ihrem Auto das Gepäck nach oben verfrachtete. Viele langjährige Alpenvereinler kennen dieses Haus, das in den letzten Jahren etwas besser ausgestattet und saniert wurde. Immer noch schwingen und knarren die Böden unter den Füßen der Gäste, das hat seinen Zauber und versetzt in alte Zeiten zurück.

Nur zehn Personen hatten im Moosbruggerhaus Platz, der Rest musste sich mit dem Gasthaus Alpenblick begnügen, wo die Gruppe dann auch fast jeden Abend hervorragend versorgt wurde, auch der Fußball kam dort in Form von Fernsehabenden zu seinem Recht, leider mit dem bekannten Ausgang am Freitag.

Die Abende endeten – oft für die ganze Gruppe oder den aufrechten Rest derselben – im Gemeinschaftsraum des Moosbruggerhauses, wo auch das folgende Frühstück zelebriert wurde. Brötchen holte immer Horst, Elisabeth die Milch, die wirklich gute Milch, und der dafür verantwortliche Bauer war wirklich nett anzuschauen, wovon sich der Rest von uns überzeugen konnte, und Elisabeth musste dann das Gefrotzel der anderen ertragen.

Für die ganze Woche war mehr oder weniger starker Regen angesagt gewesen – wie schon in Lugano in der Vorpfingstwoche – in der wanderaktiven Zeit war hier aber nicht viel mehr auszuhalten als ein bisschen Getröpfel.

Auch sonst hatte Walter mit dem gewählten Termin eine glückliche Hand bewiesen – es zeigte sich nämlich täglich auf den Wiesen eine wunderbare vielfältige Blumenpracht, vor allem mit vielen Orchideenarten, aber auch mit Windröschen, Korbblütlern etc., einzelne Türkenbundlilien begannen zu erblühen.

Für das Wanderprogramm hatte sich Walter für jeden Tag etwas Besonderes vorgenommen. Der erste Tag begann mit einer behaglichen sonntäglichen Eingehtour vom Quartier aus an der Breitach entlang aufwärts nach Baad, dann führte der Baader Höhenweg zu einer gemütlichen Rast im Café Alpenwald und nun weiter nach Mittelberg. Hier setzte der Regen ein, der sich am Nachmittag zu kräftigen Schauern auswachsen sollte, also mussten für diesen Tag 6 km Strecke mit 160m Auf- bzw. Abstieg genügen. Auch Montag ging es gemütlich wegen der ungünstigen Wettervorhersage mit einer Busfahrt nach Obersdorf, wo Bummeln, Shoppen und ein Besuch der Eiskunstlaufhalle angesagt waren, danach noch eine Einkehr im Mohren Café, wo im Grünen Salon Kaffee und Kuchen super geschmeckt hat.

Elisabeth und Hans verlangte es aber vor all dem Anderen unwiderstehlich nach einer richtigen Wanderung und sie gingen zu Fuß nach Riezlern im Kleinen Walsertal zurück. Walter vermisste aber die Abmeldung und war nicht entzückt – umso mehr aber die beiden Abtrünnigen. Es ging über Freibergsee, Hochleite, Sattelkopf und Schönblick ins Tal, dort weiter mit dem Bus zum Restaurant Capricorno, wo die große Gruppe schon beim Hauptgang war. 16 km weit, 600 m hoch, abwärts 400 m (Elisabeth und Hans).

Dienstag: Wandern für alle, die es wollen, und zwar zum Walmendinger Horn (1990m) ab Mittelberg, über Bühlalpe und Stutzalpe. Am schweißtreibenden Weg blühten im Sonnenlicht reichlich Alpenrosen, auf dem Gipfel wehte es zeitweilig böig und kalt, man hätte sich alle 5 Minuten umziehen können. Zum Glück gab es das Gipfelrestaurant mit der Bergstation der Bergbahn, wo die Gruppe sich für den Abstieg stärkte, der über die beiden Walmendinger Alpen zum Schlusspunkt bei der Fuchsfarm führte. 17 km, 900 m hoch und auch herunter.

Mittwoch: Auch an diesem Tag tröpfelte es nur leicht. Also jetzt die Breitachklamm, die sowohl viel Wasser als auch viele Besucher erträgt: es war von beidem nicht wenig, aber es ist für alles viel Platz. Von Riezlern aus wurde zunächst die Breitach überquert und dann der Schwarzbach, und an dessen linkem Ufer wieder die Breitach erreicht. Hier gab es geologische Hinweistafeln (Kreidegestein wie auch das Elbsandsteingebirge und Rügen); die Waldwirtschaft am Wegesrand war wegen Renovierung zu, die Wirtin stellte der Gruppe aber gerne die Gartenstühle zum Rasten zur Verfügung. Die Klamm wurde ausgiebig bestaunt, an den engsten Stellen ist kaum der Himmel zu sehen und über den Köpfen der Besucher hängen dicke eingeklemmte Felsbrocken, und in der Tiefe tost das Wasser. Um den Tag abzurunden, ging die Gruppe noch nach dem Ausgang aus der Klamm durch Wald und Feld nach Kornau zum Bus. 15,2 km, Höhenprofil nicht bekannt.

Donnerstag – unglaublich – schon der vorletzte Tag! Mit der Kanzelwandbahn fuhr die Gruppe auf 1957 m um das Fellhorn (2037m) zu besteigen, welches schon lange den Ruf als der schönste Blumenberg Europas genießt, was er den Wanderern auch zur Genüge bewies. Bei wunderbarer Fernsicht und Sonne

erklärte Walter an mehreren Haltepunkten das ganze wundervolle Panorama vom Grünten über den Heilbronner Weg bis zur nahen Kanzelwand, von den Widdersteinen über das Walmendinger Horn zum Hohen Ifen; zurück führte der Weg über Schlappoltkopf, -alpe und -see und schließlich über die Obere Bierenwangalpe. Die Rast war in der Mittelstation der Fellhornbahn. 9 km, 490 m hoch, 460 herunter.

Der letzte Tag ging dann auch wieder tüchtig in die Waden, die Wanderung begann an der Talstation der Ifenbahn bei der Auenhütte und führte durch das Schwarzwassertal bis zur Melköde, dann hoch zur Schwarzwasserhütte, wo die notwendige Stärkung für den Aufstieg zur Ochsenhofer Scharte folgte. Bei bestem Wetter floss bis dort oben reichlich Schweiß, der dann im Durabachtal wieder trocknen konnte.

Fast in Sichtweite von Baad gab es dann von Dorothee noch eine Runde Zirbenschnaps.

Beim letzten Abendessen bedankten sich alle bei Walter für die wieder mal rundum gelungen und wunderschöne Woche im Kleinen Walsertal.

12.07.2024, Hans Schlabing

Es gibt immer was zu tun

Am 29. Juni und am 6. Juli fanden wieder Arbeitseinsätze im DAV Kletterzentrum Weinheim statt, um unser Sektionsgelände in Schuss zu halten.

Beim ersten Arbeitseinsatz war die Pflege unserer Vogelschutzhecke am Parkplatz mit sechs Helfer*innen die große Aufgabe des Tages. Die im vergangenen Jahr gepflanzten ca. 30 standorttypischen Gehölze mussten freigestellt werden, um nicht von den aufwachsenden Gräsern und Stauden überwuchert zu werden. Mit Sense, Astschere, Heckenschere und viel Schweiß in der prallen Sonne wurde diese Aufgabe in etwa 2 Stunden erledigt.

Am darauf folgenden Samstag sorgten 13 Menschen dafür, dass die Jakobswand und die Felskante wieder vom Grünzeug befreit wurde. Und ein fleißiger Bautrupp verlegte ein neues Telefonkabel (gut geschützt in einem Kunststoff-Wellrohr, teilweise eingegraben) vom Diethersteig runter zur Geschäftsstelle. Wenn alles klappt wie geplant, sorgt am Dienstag ein Telekom-Techniker dafür, dass wir fast ein Jahr nach dem Blitzeinschlag in die Leitung wieder uneingeschränkt telefonisch in der Geschäftsstelle erreichbar sind und das Internet wieder funktioniert. Drückt uns die Daumen…

Ihr seht, es gibt immer etwas zu tun, und bei den Arbeitseinsätzen gilt weiterhin, was wir vergangenes Jahr in der Endphase des Kletterturmbaus erleben durften: Viele Hände, schnelles Ende!

Unterstützt uns bei der Pflege und Instandhaltung unseres einmaligen Sektionsgeländes. Wer immer informiert sein möchte, wann es etwas zu tun gibt, kann (falls noch nicht geschehen) den Kletterabteilungs-Newsletter abonnieren. Eine leere Mail an klettern-subscribe@dav-weinheim.de genügt.

Übrigens: Die Arbeitseinsätze dauern üblicherweise etwa 3-4 Stunden an einem Samstagvormittag und enden mit einem gemeinsamen Mittagessen, meistens organisiert von Karola, als Dankeschön an die Helfer*innen.

Wir freuen uns auf eure Unterstützung!

Dem Tessiner Starkregen getrotzt

Unter der Regie von Singkreisleiter Walter Hebling verbrachten sieben Mitglieder des Weinheimer Alpenvereins eine ereignisreiche Wanderwoche im schweizerisch-italienischen Grenzgebiet am Luganer See. Die täglichen Wettervorhersagen verhießen nichts Gutes. Die prognostizierte Regenwahrscheinlichkeit erreichte jeweils beeindruckende Prozentwerte.

Angefahren mit dem Zug über Basel und Zürich nach Lugano, weiter per Ticino-Ticket – das die ganze Woche ihre Gültigkeit hatte – erreichte die Gruppe die Jugendherberge in Lugano/Savosa mit ihren gut ausgestatteten Unterkünften mit Frühstück. Die Wandertage galten der näheren und weiteren Umgebung von Lugano, die am ersten Tag beim Kennenlernen von Lugano mit dem Konzert des Stadtorchesters begann, das nahe der Seepromenade spielte. Am Ufer des Luganer Sees führt der Weg durch Stadtpark mit etlichen Skulpturen in östliche Richtung, dann über kleine Gassen am Berghang, bis wieder das Seeufer erreicht wurde, um nach Gandria, dem ehemaligen Fischerdorf zu kommen. Zurück am Seeufer entlang ging es über Lugano zur Herberge.

Dem ersten Regen geschuldet, ging es am 2. Tag per Bus in östliche Richtung bis ans Ende des Luganer Sees nach Porlezza, um von hier aus eine Umrundung des Naturschutzgebietes mit dem Lago di Piano zu unternehmen. Zurück wieder per Bus, wo ein Zuschlag von 3,40 € zu zahlen war, da dieses Gebiet bereits auf italienischem Gebiet liegt.

Bei zunächst heiterem Wetter ging die städtische Busfahrt am 3. Wandertag nach Lugano/Paradiso zur Talstation vom San Salvatore. Der Abstieg erfolgte über den Rhododendren-Park San Grado nach Morcote.

Ab hier setzte der große Regen ein.

So musste bei Dauerregen am Folgetag mit einer Stadt- und Dombesichtigung im italienischen Como überbrückt werden.Dabei, sowie bei und nach den täglichen Wanderungen konnte die Gruppe die abwechslungsreiche regionale Küche ebenso genießen wie die Gastfreundschaft der italienischen Schweizer.

Ein kulturelles Highlight stellte am nächstfolgenden Regentag der Besuch des Hermann Hesse Museums in Montagnola dar, dessen Grab auf der Wanderung zurück nach Savosa besucht werden konnte.

Die erlebnisreiche Wanderwoche fand ihren Abschluss – das Wetter hatte sich gebessert – mit der Bahnfahrt über Melide nach Capolago zur Talstation der Monte Generoso Bahn. Per Zahnradbahn ging es fast 1 Stunde auf den 1694m hohen Monte Generoso. Bei guter Sicht soll man von hier den Mailänder Dom sehen können– so sagt man! Die alpine Rundtour, die auf dem Generoso-Kamm verlief, war von begeisternden Ausblicken belohnt. Im Blick nach Norden lag Lugano mit seinem nach ihm benannten See zu Füßen, daneben der vor Tagen erwanderte San Salvator. In südlicher Richtung war ein Teil des Comer-Sees und weiter die hügelige Landschaft, die mit vielen kleineren Seen durchzogen ist, zu erkennen. Kurz vor dem Ort: Poncione di Cabbio auf 1263m, wurde ein moderater Weg am Südhang eingeschlagen, der wieder zur Bergstation führte.

Das Ticino-Ticket verhalf den Wanderern kostenlos Tessin mit Bahn und Bussen zu erkunden.

Die Erkenntnis: Bei guter Planung und Kleidung, ausreichend flexibler Einstellung und Harmonie in der Gruppe werden Wanderprojekte des Alpenvereins auch bei vermeintlich widrigen Wetterbedingungen zu einem positiven Erlebnis für alle Beteiligten.

Heiner Bernhard/Walter Hebling

Alpinum im Mai

Blühendes Kletterzentrum im Mai

Das ist zur Zeit eine wahre Pracht: wenn man auf das Gelände kommt und die weißen und roten Fingerhüte stehen Spalier zur Begrüßung.

Aber auch im Alpinum und den anderen Anpflanzungen entdeckt der Pflanzenfreund so manche Blühende Pflanze:

 

Nur Enzian und Edelweiß sind den Käfern und Schnecken zum Opfer gefallen. Die werden wir erst wieder nächstes Jahr sehen. Aber im Sommer kommen noch die Bergastern und auch alte Blütenstände sehen mitunter sehr hübsch aus.

DAV Kletterzentrum Weinheim Newsletter

Immer informiert sein, was läuft im DAV Kletterzentrum Weinheim. Viele von euch sind schon registriert für den Verteiler (Rundmail vom 22.04.24 von der Geschäftsstelle). Danke an dieser Stelle für euer Interesse an den Neuigkeiten aus der Kletterabteilung, die das DAV Kletterzentrum Weinheim am Laufen hält.

Wer noch nicht registriert ist, kann dies ganz einfach tun. Weitere Informationen und Anmeldelink auf dieser Seite.

Spenden für den Verein

Liebe Mitglieder und Freund*innen der Sektion,

viele von euch spenden einfach so „nebenbei“, indem sie zum Beispiel bei Vereinsfesten oder beim Besuch des DAV Kletterzentrums Weinheim die Preise für Getränke oder Nutzungsgebühren aufrunden bzw. auf ihr Wechselgeld verzichten. Das ist prima und wir können diese Beträge gut für satzungsgemäße Zwecke der Vereinsarbeit gebrauchen. Danke an alle, die uns schon wie selbstverständlich auf diese Weise unterstützen!

Wer uns einen größeren Betrag zuwenden möchte, kann das auch per Überweisung tun und bekommt dafür ab einem Betrag von 300,-€ eine Spendenquittung für die Steuererklärung. Darunter reicht dem Finanzamt ein Nachweis (Kontoauszug, Einzahlungsbeleg). So haben beide Seiten etwas davon.

Alle nötigen Informationen findet ihr auf unserer Spendenseite

Jugendreferent*innentreffen jdav Baden-Württemberg 2024

Am Wochenende (04.-05.05.) treffen sich die Jugendreferent*innen der Jugend im DAV (jdav), Landesverband Baden-Württemberg, bei uns im DAV Kletterzentrum Weinheim zum Tagen und zum Austausch.

Unsere Jugendgruppe ist Gastgeberin der Veranstaltung, die Teilnehmenden aus ganz Baden-Württemberg freuen sich schon sehr, außerhalb ihrer Sitzungszeit unser Kletterzentrum, vor allem die Jakobswand, kennenzulernen.

Macht euch also darauf gefasst, am Wochenende viele fremde und junge Gesichter im DAV Kletterzentrum Weinheim anzutreffen. Da der Schwerpunkt der Veranstaltung natürlich auf der inhaltlichen Arbeit liegt, dürfte durch die Gäste der reguläre Kletterbetrieb nur wenig beeinflusst werden.

Wir freuen uns auf die Veranstaltung und wünschen eine konstruktive Tagung!