Alle 14 Achttausender

Ralf Dujmovits, der bisher einzige deutsche Bergsteiger, der auf allen 14 Achttausendern stand, präsentierte am 6. November im Rahmen der Veranstaltung „Spitzenalpinisten in Weinheim“ im ausverkauften Modernen Theater seinen fesselnden Vortrag mit atemberaubenden Bildern aus der Welt der Achttausender.

14 Gipfel mit über 8000 Meter Höhe gibt es – darunter klangvolle Namen wie K2, Nanga Parbat oder Mount Everest. Alle 14 hat Ralf Dujmovits innerhalb von 19 Jahren bestiegen, manche davon auch mehrfach als Bergführer. In seinem spannenden Vortrag lernten wir nicht nur die 8000er kennen, Dujmovits war es auch wichtig, die bereisten Regionen – Nepal, Pakistan, Tibet und Xinjiang – und deren Menschen vorzustellen. Manche Gipfel streifte er nur, andere portraitierte er ausführlicher mit einem bunten Allerlei von Anekdoten und Begebenheiten. Über Weggefährten gab Ralf ebenfalls Geschichten zum Besten, zum Beispiel über seinen Mentor in jungen Jahren, Michel Dacher, der selbst auf zehn 8000ern stand: „Beim Aufstieg auf den 8485 Meter hohen Makalu ging es Michl sehr schlecht, Magenprobleme. Draußen vor dem Zelt pfiff bei –30°C starker Wind. Also hatte er die Idee, Hinterteil raus aus dem Zelt und … just in diesem Moment drehte der Wind“. Die Zuschauer wussten, wie es weiterging. Auch für Gerlinde Kaltenbrunner – die erste Frau auf allen 8000ern ohne Zusatzsauerstoff – oder seinen langjährigen, pakistanischen Freund und Basislagerkoch Ehsan Karim war Raum. Ehsan lebt im Winter von einer Rubin-Miene oberhalb des Hunza-Tals, in die ihm Dujmovits filmisch gefolgt ist.

Ein fantastischer und abwechslungsreicher Vortrag war es, der die Zuschauer fesselte und mitnahm in die Erlebnis-, Abenteuer- und Entscheidungswelt eines passionierten Höhenbergsteigers. (Text: Alex Wenner)

Das Foto zeigt (v.l.) Organisatorin Angelika Thieme, Nancy Hansen, Ralf Dujmovits, Alex Weber (DAV Vorstand) sowie Alfred Speiser (Kino Weinheim)

TV-Tipp 11.11.25

Neulich war ein kleines Grüppchen unserer Sektion mit einem Fernsehteam für die Sendung SWR Marktcheck unterwegs. Bei einer Wanderung auf die Tromm wurden sechs Powerbanks auf ihre Tauglichkeit als Energiequelle zum Navigieren beim Wandern getestet. Unsere Test-Wandergruppe hatte viel Spaß bei dem Dreh, der interessante Einblicke in die Arbeit einer Fernsehredaktion brachte. Trotz teilweise unangenehmen Wetterbedingungen (unter anderem Regen unterwegs und heftiger Wind auf dem Trommturm) vergingen die Stunden wie im Flug. Das auf wenige Minuten komprimierte Ergebnis dieser außergewöhnlichen Wanderung, die von Elisabeth Schneider (Leitung Wandergruppe) organisiert wurde, könnt ihr beim SWR live oder nach Erstausstrahlung am 11.11. um 20:15 Uhr in der Mediathek anschauen.

https://www.ardmediathek.de/sendung/marktcheck/Y3JpZDovL3N3ci5kZS80NTQ3OTA2

Wanderung mit Sahnehäubchen

Von Fürth nach Lindenfels und zurück am 19. Oktober 2025

Wer Ingrid Kober und ihre Touren kennt, weiß auch, dass sie unterwegs immer etwas Besonderes vorzuzeigen hat. So stellten sich auch 22 Wanderer am Treffpunkt beim Schleenhof in Fürth ein, diesmal schon um neun Uhr.

Bequem ist von hier der alte Weg nach Lindenfels zu erreichen, er führt über einen langen Rücken, all diese werden im Odenwald „Buckel“ genannt. Die üblichen Karten geben den Namen dieses einen Buckels leider nicht her. Am Rand des Weges steht eine Reihe von Kunstwerken, die eingehend zu betrachten durchaus gelohnt hätte; wäre nur der Wind nicht so frisch gewesen. Also ging die Gruppe zügig voran, um sich von innen zu wärmen.

Am Ortseingang bei einem der Neubauviertel von Lindenfels kam uns eine Gruppe vom OWK entgegen, und nach „Hallo“, „woher – wohin“ etc. gings für uns weiter zum Fürther Tor der mittelalterlichen Stadtmauer. An der Innenseite des Tores liegt der Kerker, ein jämmerliches Loch, zu schlecht zum Leben und zu gut zum Sterben, man möchte es sich nicht vorstellen.

Ein paar Schritte waren es dann noch zum Deutschen Drachenmuseum, das in einem alten Palais untergebracht ist. Nicht jeder weiß, dass es um die Ecke des Museums zum Drachengarten geht, wo Ingrid uns hinführte. An mittelalterlichen Mauerresten stehen, von Blumen umgeben, schöne Skulpturen, ein echter Anziehungspunkt, der unmittelbar zum Bürgerturm überleitet. Dieser hat sicherlich schon bessere, aber auch schlechtere Zeiten gesehen. Heute ist er mit Feingefühl und Zurückhaltung wiederhergestellt. Er beherbergt eine stabile Metalltreppe und an der Wand Drachen aus allen Windrichtungen und Kulturen, freilich nur als Bilder. Von der Plattform aus ist die Aussicht hervorragend, über das Weschnitztal bis hinunter zur Wachenburg, ein ganzes Panorama.

Durch die historische Altstadt und am Kurgarten vorbei führte der Rundgang hinauf zur Burg, dem Wahrzeichen und Hauptanziehungspunkt von Lindenfels. Von der Mauer aus genossen wir nochmals einen wunderbaren Rundblick über die ganze verwinkelte Stadt und auch über das verwaiste ehemalige Luisenkrankenhaus; nicht zu vergessen die Landschaft des Odenwaldes bis zum Weißen Stein hin. Im Norden schirmen die hohen Hausberge von Lindenfels den Blick ab. Direkt vor dem Burgtor steht ein kleines Kaffee mit Sitzgruppen, ideal für unsere Stärkung vorwiegend aus dem Rucksack.

Den Burgberg hinab führte uns nun Ingrid über verschlungene Pfade nach Schlierbach, ein kurzes Stück bachaufwärts zu Kirche und Friedhof mit den berühmten Stickelbrettern auf den Gräbern, eine Calvinistische Tradition. Nach dem Dreißigjährigen Krieg brauchte es Neubürger aus der Schweiz, um das leere Land wieder zu besiedeln. Geschichtsträchtig blieb auch der weitere Weg, nämlich der Gerichtspfad, der am Schlierbach entlang Richtung Fürth verläuft, wo sich bis auf den heutigen Tag ein Amtsgericht befindet. Auf diesem Pfad dürften die Herzen nicht immer freudig geklopft haben. Dagegen klopften unsere Herzen schneller beim Aufwärtsgehen von Eulsbach nach Erlenbach.

Ingrid hatte hier nochmal einen guten Rastplatz ausgeguckt, den wir dankend annahmen. Ein kleiner Schlenker über den Katzenberg war nötig, um nach Linnenbach herunterzukommen, bei zunehmendem Sonnenschein, dann gings – ja, über den Buckel – zur Schlussrast in den Schleenhof.

Herzlichen Dank an Ingrid für diese Führung durch Landschaft und Geschichte.

28.10.25  Hans Schlabing

Gelungenes Abklettern

Ein wunderbarer sonniger Sonntag war es, das Wetter deutlich besser als die Wettervorhersage. Nicht nur deswegen kamen viele Interessierte, Kletterer, Wanderer, die Sing- und Jugendgruppe ins Kletterzentrum zum traditionellen Abklettern. In den Klettersteigen herrschte Hochbetrieb, Mehrseillängentouren wurden geklettert, am Kletterturm wurden auch Kinder und Anfänger von erfahrenen ehrenamtlichen Helfern gesichert und beim Klettern angeleitet. Jubilare wurden vom Vorstand für ihre langjährigen Tätigkeiten und ihre Mitgliedschaft in der Jakobshütte geehrt.

Prominenter Besuch kam aus der Pfalz. Eine kleine Gruppe der PK Delegation, der Pfälzer Kletterer Vereingung e.V, darunter ihr Präsident Günther Reinhard, kletterten und testeten die Touren an der Jakobswand. Raphael Schwen, einem der stärksten Kletterer der Region, gelang eine Wiederholung der zur Zeit schwersten Kletterroute an der Jakobswand „Freigeist“ sowie der Tour „Net zu spät“. Auch der Franke Gerd Schöffl kletterte „Net zu spät“ im 9. Schwierigkeitsgrad.

Am Kletterturm zeigten die beiden Luftakrobaten mit Cindy Satzger und Harry mit ihrer Show freihängend am Seil und sehr ästhetisch, was es heiß, Bewegung mit viel Kraft und Körperspannung zu verbinden. Für das leibliche Wohl vom Grill, Eintopf und Kuchen sorgten ehrenamtliche DAVler.

Nun ruht zwar der Kletterbetrieb über den Winter, aber das „Schrauberteam“ steht bereits in den Startlöchern, um den Kletterern bis zum Anklettern Ende März neue Herausforderungen am Turm zu bieten. (Autor: Alex Wenner)

Bock auf OD?

Zwar ist nach dem Abklettern nun erst mal Ruhe auf dem Gelände eingekehrt, aber die nächste Klettersaison kommt schon bald. Damit das Gelände mangels Ordnungsdienst auch bei bestem Wetter nicht geschlossen bleibt, ist es essenziell, den Ordnungsdienst auf mehr Schultern zu verteilen. Daher: Bock auf Klettern? Dann brauchen wir Dich als Ordnungsdienst. Bei Interesse bitte melden unter kletterorga@dav-weinheim.de

Einladung zur Jugendvollversammlung 2025

Am 19.11.2025 um 18:00 Uhr laden wir euch herzlich zur Jugendvollversammlung (JVV) über das Jahr 2025 und für das Jahr 2026 ein. Stimmberechtigt sind alle Mitglieder des DAV Weinheims bis 27 Jahre. Die JVV findet wie jedes Jahr bei uns auf dem DAV Gelände statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die vorläufige Tagesordnung findet ihr hier ebenfalls.

Wir freuen uns auf euch!

Eure Jugendleitung

Neues Klimagerät in der Jakobshütte spart Strom und Geld

Unser Klimaschutzteam vor der neuen Installation

Vielleicht habt Ihr unser neues Klimagerät in der Jakobs-Hütte schon entdeckt und bereits getestet. Der Begriff Klimagerät mag verwirren, aber das neue Gerät kann nicht nur kühlen, sondern auch heizen. Bisher wurde unsere Hütte mit einer Stromdirektheizung beheizt, einem echten Stromfresser. Das neue Klimagerät funktioniert wie ein umgekehrter Kühlschrank und entzieht der Außenluft Wärme und kann so aus einem Kilowatt Strom bis zu 4 Kilowatt Wärme erzeugen. Damit sparen wir Geld und Strom – gut fürs Klima und den Verein.

Die Bedienung ist denkbar einfach. Mit der Fernbedienung neben der Tür könnt Ihr Eure Wunschtemperatur einstellen. Wenn diese erreicht ist, wird das Gebläse automatisch schwächer. Wer schneller die gewünschte Temperatur erreichen möchte, wählt auf der Fernbedienung anfangs einen höheren Wert und regelt später wieder nach unten. 

Und wenn es einmal im Sommer ganz heiß sein sollte, können wir die Hütte auch kühlen, ganz effektiv und kostengünstig mit grünem Strom von unserer Photovoltaik-Anlage.

Monatswanderung 16.11.25: Rund um den Götzenstein

1. Treffpunkt um 9:00 Uhr,Parkplatz Denn‘s BioMarkt,gegenüber dem Alten OEG-Bahnhof, Weinheim

2. Treffpunkt um 9:30 Uhr, Ober-Abtsteinach am Parkplatz gegenüber der Kirche.

Die Wanderung führt Richard Rothermel Tel. 06207 20 31 562

Gäste sind sehr herzlich willkommen. Festes Schuhwerk ist nötig, Wanderstöcke sind empfehlenswert.

Länge ca. 14 km, Aufstieg/Abstieg 500 hm

Abschlusseinkehr: Restaurant „Golder Bock“ in Ober-Abtsteinach

Tourverlauf: Ober-Absteinach – Götzenstein – Viadukt und Steinbruch Mackenheim – Viadukt Kreidach – Ober-Absteinach

Highlights der Wanderung

Der Götzenstein ist ein 521,9 m hoher bewaldeter Berg im Odenwald in der Gemarkung Löhrbach, einem Ortsteil von Birkenau, etwa 1,6 km nordwestlich von Abtsteinach. Im Bereich des Gipfels befindet sich eine Gruppe von natürlichen Felsblöcken aus Granodiorit, die ihre Formen durch Wollsackverwitterung erhalten haben. Sie ist als Naturdenkmal geschützt. Da der Gipfelbereich künstlich abgeflacht zu sein scheint, soll sich hier laut einer Informationstafel eine Kultstätte aus keltischer oder germanischer Zeit befunden haben.

Mackenheimer Viadukt und Kreidacher Viadukt gehören zur stillgelegten und teilweise demontierten Eisenbahnstrecke der „Überwaldbahn“ zwischen Mörlenbach und Wahlen (16 km).

Diese Eisenbahnstrecke gehört mit ihren Kunstbauten (insgesamt 4 Viadukte und 2 Tunnel) und den noch vorhandenen Bahnhofsgebäuden zum erhaltenswerten kulturellen Erbe und ist in der Eisenbahntopografie des Landes Hessen als „Technisches Gesamtdenkmal“ aufgeführt.

Der Steinbruch Mackenheim gehört zu den Porphyrwerken der Weinheim-Schriesheim AG.

Das gewonnene Material von gneisigen Metamorphiten (Umwandlungsgesteinen)wird zum Beispiel für Betonstraßen, den Garten- und Landschaftsbau, und als Schottertragschicht unter Eisenbahnschienen verwendet. Von der für Wanderer eingerichteten Aussichtsplattform bietet sich ein toller Einblick.

Ganzjähriges Kletterverbot an der Badener Wand am Battert aufgehoben

 
Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat mit dem Urteil vom 29. Juli 2025 der Klage des DAV teilweise stattgegeben. Die von der Stadt Baden-Baden verfügte ganzjährige Sperrung der Badener Wand (Battertfelsen) ist aufgehoben, soweit sie über den Zeitraum vom 15. Januar bis 31. Juli hinausgeht. Nun liegt die ausführliche Urteilsbegründung vor. Das Gericht stellte klar, dass für den Zeitraum 1. August bis 14. Januar keine hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass menschliche Störungen den Bruterfolg des Wanderfalken wesentlich beeinträchtigen. Störungen während der Herbstbalz oder Winterruhe wirkten sich nicht in gleichem Maße aus wie in der sensiblen Nestgründungs-, Brut- und Aufzuchtphase. Ein Betretungsverbot außerhalb dieser Zeit sei daher unverhältnismäßig. Damit folgt das Gericht im Kern der Einschätzung des DAV und zahlreicher Ornithologen. Die vom Regierungspräsidium veranlasste Ausweitung der Schutzzeit über den 31. Juli hinaus bezeichnet das Gericht als „ermessensfehlerhaft“.

Auch zur Entfernung der Sicherungshaken, die das Regierungspräsidium Karlsruhe 2023 angeordnet hatte, äußerte sich das Gericht deutlich: Ein Rückbau der Kletterinfrastruktur sei nicht wirksamer als das vom DAV vorgeschlagene zeitlich begrenzte Verschrauben der Kletterhaken während der Sperrzeit – und wäre daher auch nicht erforderlich gewesen. Damit bestätigte das Gericht auch in diesem zentralen Punkt der Argumentation des DAV, der die voreilige Entfernung aller Kletterhaken als überzogen kritisiert und juristisch angefochten hatte. In Fragen zur „lokalen Population“ und zur Anwesenheit von Uhus wich das Gericht in seiner Einschätzung zwar von dem vom DAV beauftragten Gutachten ab, für die Aufhebung der ganzjährigen Sperrung spielt dies jedoch keine Rolle.

„Der DAV akzeptiert die Ausdehnung der Schutzzone für den Wanderfalken auf die gesamte Badener Wand und begrüßt die Rückkehr zur in Baden-Württemberg üblichen und bewährten Schutzzeit von 15. Januar. bis 31. Juli. Aus diesem Grund wird der DAV auch keinen Antrag auf Zulassung der Berufung stellen“, bestätigt die stellvertretende Vorsitzende für Bergsport und Naturschutz beim DAV-Landesverband BW, Michelle Müssig. Der DAV sieht das Urteil als wichtigen Schritt, um Naturschutz und Klettersport am Battert und darüber hinaus in Einklang zu bringen. Ziel ist es nun, den Streit an der Badener Wand beizulegen und den Dialog und die Arbeit mit allen Akteuren am „Runden Tisch Battert“ wieder aufzunehmen. Der DAV-Landesverband hat diesbezüglich bereits mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe Kontakt aufgenommen. (Foto: DAV/Timo Braun)

Quellen: Pressemitteilungen des Verwaltungsgerichts Karlsruhe vom 12.09.2025 sowie vom 19.09.2025 des DAV-Landesverbands Baden-Württemberg

Monatstreff 12. November: 40 Jahre Jakobswand

Einladung zum Monatstreff des DAV

12. November, 20 Uhr Birkenauertalstraße 99

Bei unserem monatlichen Treffen werden wir dieses Mal eine Reise durch 40 Jahre Jakobswand erleben. Hans Stumpf hat aus seinem großen Fundus Aufnahmen aus den Anfängen in den 70iger Jahren von der Umgestaltung des ehemaligen Steinbruchs bis zur Errichtung des neuen Kletterturms vor zwei Jahren zusammengestellt, die er uns in einem Vortrag präsentieren wird.

Freut euch also auf Amüsantes, Kurioses und Spektakuläres aus der Geschichte unseres Vereins.

Dietrich Hinkeldey