Eine Woche im Mekka der Bergsteiger

In der dritten Septemberwoche war es wieder einmal so weit, dass der unermüdliche Walter Hebling einige der Mitglieder des Singkreises in die Alpen führte.

Per Bahn ging es nach Zermatt auf 1600 m Meereshöhe, einem ehemaligen kleinen Bergbauerndorf im Tal der Matter Vispa und zu Füßen des Matterhorns. Dieses, der Inbegriff eines schönen und markanten Alpengipfels, hat Zermatt zu dem gemacht was es heute ist, nämlich zum Ziel von Besuchern aus vielen Erdteilen.

Außer dem Matterhorn gibt es noch zahlreiche andere Gipfel, wie Weiß-, Rot-, Breit- und kleines Matterhorn, um nur einige zu nennen. Seit über 200 Jahren ziehen sie die Bergsteiger aus aller Welt magisch an, wovon auch der Bergsteigerfriedhof an der Kirche beim alten Zentrum der Gemeinde Zeugnis ablegt.

Der große Verkehrsknotenpunkt ist der Bahnhof, die Verbrenner-Autos bleiben in Täsch zurück, Zermatt ist sauber, hier kommt man elektrisch oder mit Muskelkraft vorwärts, oft auch kombiniert, also mit E-Bikes. Ausnahme sind schwere Baustellenfahrzeuge, von denen es auch nicht wenige gibt. Durch das ganze Gewimmel kämpften wir uns tapfer zum Haus Angelina durch und hoch, auch über eine Baustelle.

Walter hatte mit dem Appartement einen glücklichen Griff getan, eine perfekte Basis für uns mit überwiegend Selbstversorgung.

Der Sonntag war für die Eingehtour bestimmt. Beim Frühstück gab es ein paar Regentropfen, sonst blieb es die ganze Woche trocken, gelegentlich mit einigen Wolken, die Sonnencreme wurde täglich ausgiebig angewendet. Den Anfang machte die Stadtbesichtigung, um in die bäuerliche Vergangenheit einzutauchen, mit den alten Wohnhäusern aus tiefbraunem angewitterten Holz und steinernem Unterbau. Noch origineller sind die dabeistehenden Stadel, die ebenfalls bis ins Mittelalter zurück reichen. Deren Stelzen sehen aus wie Pilze aus Holz und Stein und halten die vierbeinigen Vorratsschädlinge fern. In den folgenden Tagen haben wir auf den Wanderungen noch viele solcher alten Bauten gesehen.

Zurück zur Eingehtour, wo uns die gut besuchte Zermatter Hauptstraße wieder in die Gegenwart holte mit ihren feinen Geschäften und Hotels, und was man immer sich vorstellen kann. Nach Süden hin zum Ortsende wird alles ruhiger und gelassener, die Häuser kleiner mit Blumen- und Gemüsegärten, mittendrin die große Talstation der Seilbahnen. Diese ließen wir aber für heute links liegen, um den steilen Anstieg nach dem kleinen Ort Furi zu nehmen. Vorbei an einer kleinen Kapelle – es scheint sie an jedem Ort zu geben, sei er auch noch so klein – ging es zum Tal des Zmuttbaches. Wo die Hänge flacher werden, gibt es immer wieder zerstreute Häuser und schöne Blicke auf die benachbarten Schneegipfel. In Zmutt liegen gleich zwei Gasthöfe, das ist schon fast der ganze Ort. Wir genossen die Einkehr, um über Hubel und Herbrig wieder nach Zermatt zu kommen. Mit 10 km und 494 hm war es schon eine ordentliche Eingehtour.

Für Montag waren die Ziele schon höhergesteckt. Mit der Sunneggabahn, einer Standseilbahn, fuhren wir auf die Sunnegga auf 2288 Meter hinauf; ein Ort, der durchaus auch Panoramaegga heißen dürfte. Wie so oft schwelgte Walter hier in Erinnerungen und zählte alle Gipfel hin und zurück der Reihe nach auf und auch noch die, die sich noch hinter den sichtbaren versteckten. Die meisten davon hatte er in seiner Jugend schon hinter oder besser unter sich gebracht. Wir blieben deutlich bescheidener, stiegen auf schmalem Pfad zur Blauherd auf und weiter bis unterhalb des Rothorns, wo es dann aus fast 2800 Metern abwärts zur Fluhalpe ging. Hier war eine Rast fällig, dann ging es im Tal nach unten bis zum Stellisee, in dem normalerweise das Matterhorn sich spiegeln sollte; es hatte aber sein launisches großzügiges Wolkenkostüm angelegt.

Die Tour endete mit dem Wiederaufstieg zur Bergstation der Sunneggabahn, womit 11,7 km geschafft waren. Die Höhenmeter wurden nicht aufgezeichnet, waren aber deutlich mehr als der Unterschied tiefster/höchster Punkt (2288/2800m).

Am Dienstag hat Walter sich ein freudiges Wiedersehen mit dem Salzgeberhaus in Winkelmatten gegönnt, dieses liegt oberhalb der Seilbahnstation und etwa 10 Gehminuten entfernt. Hier haben vor Jahrzehnten Bergsteigergruppen des AV Weinheim gewohnt.

Nächstes Ziel war wieder Furi, über einen uns bisher nicht bekannten Weg erreicht. Am Ortseingang konnten wir einer kleinen Gaststätte nicht widerstehen und kehrten ein. Frisch gestärkt stiegen wir das Tal der Gornera hoch bis zu einer Hängebrücke, die in schwindelerregender Höhe über die Schlucht führte und beim Überschreiten durchaus beachtlich schwankte. Links des Baches ging es wieder abwärts bis zum Ort und Gaststätte „Zum See“, auch in dieser gesegneten Gegend eine beachtliche Schönheit. Die Einkehr war unvermeidlich. Den Höhepunkt des Tages setzte die Wanderung durch die tiefe enge Gornerschlucht. 12 km, 450hm.

Für den Mittwoch gab es eine durchwachsene Wetterprognose, also auch ein eher bescheidenes Programm. Wir verließen Zermatt in nordöstlicher Richtung und hangaufwärts, überwiegend durch Wald. Rast wurde gemacht in Tufteren auf einer schönen Terrasse einer Gaststätte, jetzt mit Sonne und schöner Aussicht, leider schien der Wirt etwas widerwillig. Von hier wieder großenteils durch Wald bis unterhalb der Sunnegga nach Findeln und dann auf schmalem Pfad herunter bis nach Zermatt – Winkelmatten waren es 11 km, 600hm.

Wie vorhergesagt strahlte den ganzen Donnerstag über die Sonne, so ging es per Kabinenbahn zum Schwarzsee (2583m), der Ausgangspunkt für die Wanderung zur Hörnli-Hütte (3260m). Wieder bot sich ein wunderbares Panorama über die verschneiten und vergletscherten Gipfel, aber auch in die durch den Klimawandel verwaisten leeren Lager der Gletscherzungen. Die Wanderung zur Hörnli-Hütte ist sehr beliebt und der Steig sehr gut gesichert, für relativ Ungewöhnte aber teilweise abenteuerlich, auch die dünne Luft fordert ihren Tribut. Auf der Hütte angekommen, genossen wir die Rast und auch die Künste eines Hubschrauberpiloten, der nach seinem Versorgungsflug ins Tal zurückkehrte. Dann war es Zeit für den Rückweg, um die letzte Talfahrt der Seilbahn nicht zu verpassen. Offizielle Angaben von der Homepage der Hörnli-Hütte: 8,6 km, 693hm. Unbestreitbar der Höhepunkt der Woche!

Der Freitag war dann der letzte Tag und wurde dank des Tages zuvor und des nahenden Abschieds von Zermatt mit leicht weichen Knien absolviert. Erst versorgten wir uns am Bahnhof mit Fahrkarten nach Visp und bummelten dann noch mal durch den Ort, was sicher nichts mit „Schaufensterkrankheit“ zu tun hatte. Danach gings noch einmal in die Höhe auf den unteren Zmuttweg, um in aller Ruhe, in voller Sonne und Wärme nochmal die Landschaft und das Panorama zu genießen. Auch die Rast in Zmutt ließen wir uns nicht nehmen, bevor wir ins Haus Angelina zum Kofferpacken zurückkehrten.

Den Abend verbrachten wir auf der Terrasse einer Gaststätte bei Käsefondue, während das Matterhorn langsam erblasste, bis es sich schließlich als Schatten gegen den hellen Himmel abzeichnete.

Wir alle werden noch lange an diese schöne, harmonische Woche zurückdenken, jeder hat dazu beigetragen, auch am Herd und in der Küche und beim Einkaufen. Heidi, Gisela und Silvia haben sich dabei besonders hervorgetan.

Ganz besonders danken wir Walter Hebling, der von der Idee bis zur Planung und Gestaltung wieder alles in die Hand genommen hat.

Hans Schlabing

Spendenaufruf

Liebe Mitglieder!

Heute wenden wir uns mit einem dringenden Anliegen an Euch. Wie Ihr sicher alle mitbekommen habt, hat ein instabiler Felsblock im Touristenweg das Sektionsleben über die Sommermonate gelähmt und gleichzeitig Vorstand und alle involvierten Ehrenamtlichen auf Trab gehalten. Der mehrere Tonnen schwere Felsblock drohte aus rund 50 Meter Höhe auf Gelände, Hütte und Halle zu stürzen.

Wir mussten schnell handeln, um dies zu verhindern, und haben dazu eine externe Fachfirma mit der Felssicherung beauftragt, denn die Arbeiten in Eigenregie durchzuführen, kam nicht in Frage. Die Arbeiten wurden zügig durchgeführt, sodass die Jakobswand und das gesamte Gelände Mitte August wieder freigegeben werden konnten. Viele von Euch haben seither wieder die tollen Möglichkeiten genossen, die unser Gelände bietet.

Was bleibt ist ein großes Loch in unserer Vereinskasse, denn die Felssicherung hat rund 20.000 Euro gekostet. Daher bitten wir alle, denen unser schönes Gelände am Herzen liegt, um eine Spende auf das Konto der „Sektion Weinheim des DAV e.V.“, IBAN DE26 6709 2300 0034 0675 89 bei der Volksbank Kurpfalz mit dem Vermerk „Spende Felssicherung“. Jeder Betrag, ob groß oder klein, ist willkommen und hilft uns weiter.

Herzlichen Dank im Voraus

Euer Vorstand

Spätsommerfest

Trotz starker Konkurrenz durch die vielfältigen Angebote im Rahmen der Landesfesttage in der Weinheimer Innenstadt war unser Spätsommerfest nach verhaltenem Start gut besucht und in der zweiten Hälfte auch mit strahlendem Sonnenschein gesegnet.

Die Festrede unseres Vorstandsmitglieds Alexander Weber zum 40. Jubiläum unserer Jakobswand würdigte das unglaubliche Engagement der damaligen Aktiven für unsere Sektion. Als Zeitzeuge der Erschließung und langjähriger „Bauchef“ öffnete Hans Stumpf sein Archiv und präsentierte, ergänzt mit Bildmaterial anderer Veteranen, mit einem Bildervortrag einen spannenden Einblick in die Geschichte unseres Sektionszentrums.

Kulinarisch wurde die Veranstaltung von der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft bestens versorgt, ein Kuchenbuffet und die Prosecco-Ape ergänzten das Angebot.

Bevor der Spaßwettkampf am Kletterturm mit Kostümprämierung startete, galt es noch den 20. Geburtstag des Karolasteigs zu feiern. Die Geschichte dieses schwierigsten Klettersteigs in Deutschland erzählte dessen Erbauer Wolfgang Pluschke in seiner Geburtstagsansprache.

Herrliches Spätsommerwetter auf dem Heiligenberg: Sonntagswanderung September

Dieser helle, warme Sonntag war von Anfang an wie extra für unsere Wanderung gemacht.

Elisabeth Schneider hatte im Namen des Alpenvereins eingeladen, nach Heidelberg zu fahren und den Heiligenberg zu besteigen – für uns, Weinheimer – ein ungewohntes Ziel.

Das schöne Wetter lockte Wanderfreundinnen und Wanderfreunde zum Treffpunkt am Alten OEG-Bahnhof. In der OEG-Bahn nach Heidelberg und auch am Start der Wanderung kamen noch weitere WanderInnen dazu, darunter herzlich willkommenene Gäste, sodass die 20-köpfige Gruppe nach der Begrüßung bereit war, die Wanderung zu beginnen.

Die Tour startete in der Brückenstraße, bereits in Sichtweite des Neckars, und gleich setzte der Anfang des Philosophenweges mit seinem steilen Anstieg einen kräftigen Akzent.

Wie der Weg zum Namen kam? Diese Namensgebung geht darauf zurück, dass Heidelbergs Universitätsprofessoren, Philosophen und auch Studenten auf diesem Weg einen Ort fanden, an dem sie intensive Gespräche und Reflexionen mit dem anmutigen Blick auf den Neckar und die Altstadt.

Obwohl auch Dichter und Denker darunter Eichendorff, Hölderlin und Scheffel diesen Weg frequentierten, verweist der Name primär auf die Studenten, die früher als „Philosophen“ bezeichnet wurden.

Kurz bevor der Weg richtig schön wird und den Blick auf die Heidelberger Altstadt, das Schloss und den Königsstuhl freigibt, stehen am Weg einige Physikalische Institute der Universität, deren Wissenschaftler sich sicherlich durch gelegentliche Schritte im Freien inspirieren ließen. Auch die sonstigen privaten Bauten in der Nähe „der Physik“ sind schön anzuschauen und zu bewundern.

Nachdem wir Sonne, Blumen und Aussicht genossen hatten, ging es weiter im kühlen Schatten der Bäume in Richtung Ziegelhausen zum Tal des Mausbaches, das zum Landschaftsschutzgebiet im Stadtteil Ziegelhausen gehört.

Hier gab es von 1890 bis 1919 ein Bergwerk zum Abbau von Mangan, allerdings waren damals die Erträgnisse unbefriedigend. Noch zu sehen ist der vergitterte Eingang des mehrere Hundert Meter langen Stollens. Vor drei Jahren rodete das Forstamt eine 2000 Quadratmeter große Fläche rund um den Mausbachstollen, zu dem ein angelegter Holzsteg im Bereich eines Biotops die Wanderer führt.

Das Gebiet und auch Kleingewässer um das Mausbach sind wichtige Laichhabitate für besonders geschützte Amphibienarten wie Erdkröte, Grasfrosch, Feuersalamander, Berg- und Fadenmolch. 

Nach dieser kleinen Besichtigung war der Anstieg auf schmalem Pfad zum Stickelsplatz an der Mausbachquelle vorbei durchaus willkommen.

Vom Stickelsplatz, der auf der 433 Metern Höhe liegt und eine mehrfache Kreuzung von Wanderwegen zu verschiedenen Zielen bildet, wählten wir die Hochstraße zwischen dem Weißen Stein und dem Heiligenberg, womit unsere Richtung schon klar war.

Die Holdermannseiche am Wegrand ist hohl und verführt zu allerlei akrobatischen Übungen, die eifrig fotografiert wurden.

Bald erreichten wir den Zollstock, wo einige alte Wege unweit vom Heiligenberg sich kreuzen. Hier ist gut zu rasten, mit reichlich Sitzgelegenheiten, dazu eine Schutzhütte „Schlossblickhütte“ für schlechtes und zu gutes Wetter und sogar einer breiten Sichtschneise auf die Heidelberger Altstadt.

Nach der Rast stand der Heiligenberg (439 m) auf dem Plan – ein überaus geschichtsträchtiger Ort, beginnend mit der Jungsteinzeit vor etwa 7500 Jahren und endend mit neuzeitlichen Forschungsgrabungen. Die jüngste Attraktion ist eine kleine, sehenswerte historische Ausstellung mit einem Relief in der Nähe der Gaststätte „Waldschenke“ und des großen Parkplatzes, die die Örtlichkeit und die Reihenfolge der wichtigsten Funde und Gebäude zeigt.

Unsere Runde auf dem Heiligenberg begann mit den imposanten Ruinen des Michaelsklosters; eingeschlossen sind Reste eines römischen Mercuriustempels.

Nach der obligatorischen Besteigung des großen Turms, von dem aus man das gesamte Gelände erfassen konnte, ging es weiter zur Thingstätte aus dem Jahr 1935. In den Zeiten des Nationalsozialismus wurde der Ort für ideologisch aufgeladene Veranstaltungen genutzt und erscheint entsprechend monumental.

Elisabeth hat in der Ankündigung der Wanderung einige der Sehenswürdigkeiten noch genauer beschrieben, so dass ich mir die Wiederholung spare.

Jedenfalls kamen die Sehenswürdigkeiten bei der Wanderung noch richtig zu Ehren: das Stephanskloster, das Heidenloch, die Merianskanzel und der Bismarckturm, bevor zum guten Schluss nochmals der Philosophenweg mit der blumenreichen Eichendorff-Anlage begangen wurde, diesmal mit leichtem Schritt, weil abwärts, aber durchaus immer noch mit neugierigen Augen.

Bei der Abschlussrast auf der Terrasse des Ruderklubs Heidelberg „Zum Achter“ dankten wir Elisabeth Schneider für diesen außergewöhnlich schönen Tag.

HS 9.9.25

Monatstreff 08.10.: Frankenjura und Pfalz mit der Jugendgruppe

8. Oktober, 20 Uhr Birkenauertalstraße 99

Bei unserem monatlichen Treffen wird uns Jonas Glocker in die Pfalz und ins Frankenjura mitnehmen. Er berichtet über die Ausfahrten der Jugendgruppe in anspruchsvolle Klettergebiete und zeigt uns die schönsten Bilder und Momente.

Dietrich Hinkeldey

MTB-Ausfahrt in den Bikepark Willingen

Am Samstag, 06.09.2025 ging´s in den Bikepark nach Willingen. Zehn Strecken mit 15 Kilometern Gesamtlänge ziehen sich dort über den Ettelsberg hinweg. Auf der linken Seite befinden sich die schweren Strecken, auf der rechten Seite sind eher leichte Trails entstanden. Die Marke MTB Zone steht für gepflegte, abwechslungsreiche und kreative Streckenangebote aus der Hand von Diddie Schneider, einem der führenden europäischen Streckendesigner. Anfänger erleben Fahrspaß auf leicht zu befahrenden Trails, Fortgeschrittene und Profis finden ihre Herausforderungen. Hoch geht’s zügig und bequem mit der Ettelsberg-Kabinenbahn oder dem 8er-Sesselift K1.

Gefahren wurden von Lisa, Malte und Jens vor allem die FREERIDE und FLOW LINES. Mit dabei als Kameramann unser Vorstandsmitglied Alexander. Alle hatten viel Spaß und das Sauerland hat die Sektion Weinheim nicht zum letzten Mal gesehen!

Monatswanderung 19.10.25: Um Fürth und Lindenfels

1. Treffpunkt um 8:30 Uhr, Parkplatz Denn‘s BioMarkt,gegenüber dem Alten OEG-Bahnhof, Weinheim

2. Treffpunkt um 9:00 Uhr, Parkplatz Landgasthaus „Zum Schleenhof“, Ellenbacher Straße 35,

64658 Fürth/Ellenbach

Die Wanderung führt Ingrid Kober, Tel. 06207 9 202 02

Gäste sind sehr herzlich willkommen. Festes Schuhwerk ist nötig, Wanderstöcke sind empfehlenswert.

Länge ca. 15 km, Aufstieg/Abstieg 330 hm

Abschlusseinkehr: Landgasthaus „Zum Schleenhof“, Ellenbacher Straße 35, Fürth/Ellenbach, ca. 14:30 Uhr

Tourverlauf: Vom Startpunkt geht es am Friedhof vorbei, den Fürther Kunstweg entlang und nach Lindenfels hinauf. Durch den Drachenpark am Deutschen Drachenmuseum geht es weiter zur Burg, anschließend hinab nach Schlierbach und über den Gerichtspfad, durch Erlenbach und Linnenbach zurück zum Schleenhof. 

Highlights der Wanderung

Der Fürther Kunstweg ist ein Wanderweg, der hinter dem Friedhof, Flurbezeichnung „Linsenschüssel“, beginnt und nach Lindenfels führt. 2007 schufen, auf Initiative der Sparkassenstiftung Starkenburg, zehn Künstler unter den Augen der Öffentlichkeit die Kunstwerke, die auf der Wegstrecke zu sehen sind. Die Länge des Kunstweges beträgt
ca. 4 Kilometer. Die Odenwaldklubmarkierung für den Kunstweg ist ein rotes Quadrat.

Lindenfels, der heilklimatische Kurort, liegt im Süden Hessens und ist unter vielen Dörfern das einzige Städtchen im Vorderen Odenwald. Die Altstadt liegt in 350 Metern Höhe auf der Sattelfläche zwischen dem bewaldeten Schenkenberg (479 m) im Nordosten und einem Bergsporn mit der Burg Lindenfels (410 m) im Südwesten. 

Die Burg Lindenfels ist die Ruine einer mittelalterlichen Höhenburg. Sie ist die am frühesten erwähnte Burg im inneren Odenwald und war über Jahrhunderte hinweg als Adelsburg von Bedeutung.

Die Burg erhebt sich über das Dorf Schlierbach und bietet einen weiten Blick Richtung Süden in das Weschnitztal mit Fürth, Rimbach und der Tromm im Hintergrund.

Das Deutsche Drachenmuseum Lindenfels wurde im März 2010 im „Haus Baureneck“ in Lindenfels eingerichtet. Den Drachenmythosund die Vielfalt der Drachendarstellungen weltweit werden hier auf eindrucksvolle Weise dargestellt. Zwischen Drachenmuseum und Bürgerturm befindet sich der Drachengarten mit Drachenskulpturen. 

Die schlichten Grabstickel auf dem Kirchhof in Schlierbach sind eine Besonderheit im Odenwald.Totenbretter sind insbesondere noch im Südosten Deutschlands bekannt, im Bayrischen Wald und vor allem auch im Berchtesgadener Land. 

Grabsteinstickel sind einfache weiß lackierte Holzbretter. Der einzige Schmuck ist ein aufgemalter Blumentopf. Unter dem Spruch „Hier ruht in Frieden“ steht der Name, Herkunftsort und Todesjahr des Verstorbenen.

Gerichtspfad, ein schmaler Weg, der immer in der Nähe des Baches von Glattbach bis zum Gericht nach Fürth verläuft. Diese Bezeichnung stammt noch aus der Zeit, als die Bevölkerung zu Fuß zum Amtsgericht laufen musste.

Grußwort zum Jubiläum 40 Jahre Jakobswand und 20 Jahre Karolasteig

Liebe Mitglieder,

es ist mir eine große Freude – und auch eine gewisse Ehre –, Euch am 13. September 2025 begrüßen zu dürfen, an einem ganz besonderen Ort zu einem ganz besonderen Anlass: Spätsommerfest, 40 Jahre Jakobswand & 20 Jahre Karola-Klettersteig! Ein Festtag für unsere Sektion, für unseren Verein und für all diejenigen, die sich mit dem Alpenverein und seinen Werten verbunden fühlen: Gemeinschaft, Naturverbundenheit, Verantwortung und Abenteuerlust.

Was 1869 in München mit einer Handvoll Bergbegeisterter begann, ist heute eine der größten Bergsportorganisationen der Welt. Und wir hier in Weinheim sind stolz darauf, ein Teil dieser großartigen Bewegung zu sein. Unsere Sektion steht seit Jahrzehnten für gelebten Alpinismus – mit Wanderstiefeln, Kletterseil, Mountainbike oder Schneeschuhen. Aber auch mit Herz, Verstand und einem ausgeprägten Gemeinschaftssinn.

Vier Jahrzehnte ist es nun her, dass ein ehrgeiziges, mutiges und – ja, für damalige Verhältnisse fast schon visionäres – Projekt ins Leben gerufen wurde: eine eigene natürliche Kletterwand in einem alten Steinbruch in Weinheim! Zu einer Zeit, als Klettern und das Klettersteiggehen noch lange nicht den heutigen Stellenwert hatten.

Aber der Alpenverein – und insbesondere unsere Sektion Weinheim – hat damals schon gezeigt, wofür er steht: Pioniergeist, Gemeinschaftssinn und die Bereitschaft, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Und so entstand, mit viel Eigenleistung, handwerklichem Geschick und einer ordentlichen Portion Idealismus, die Jakobswand und vor zwei Jahrzehnten der Karola-Klettersteig mit dem Grad F, der als schwierigster seiner Art nördlich der Alpen gilt.

Für viele von uns war – und ist – die Jakobswand der erste Kontakt mit dem Klettern am Fels und dem Klettersteiggehen. Hier wurden und werden unzählige Routen ausprobiert und erlernt, Stürze gemeistert und Freundschaften geknüpft. Generationen von Kletternden haben an dieser Wand ihre ersten Schritte gemacht – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Jakobswand und der Karola-Steig sind mehr als Fels, Stahlseile und Haken.
Sie sind ein Stück Vereinsgeschichte. Ein Symbol für unser Engagement, für unsere Freude an der Bewegung und für das Miteinander. Sie sind ein Ort, an dem Können gewachsen ist – aber auch Charakter. An dem unsere Mitglieder und Besucher Grenzen erfahren, Jugendliche Verantwortung übernehmen und Erwachsene den Alltag hinter sich lassen.

Und sie leben – dank der Menschen, die diese Wand und diesen Steig gebaut, gepflegt, ausgebaut und am Leben gehalten haben. Euch allen – den Initiatoren, den Erbauern, den Routenschraubern, den Übungsleitern, Wandeinsatz-Teams und Organisatoren – gilt unser besonderer Dank. Ohne Euch wären die Jakobswand und der Karola-Steig nicht das, was sie sind und was unsere Sektion weit über die Region hinaus bekannt gemacht haben.

Wir sind aus diesem Grund mehr als nur ein Verein für sportliche Aktivitäten. Wir sind eine Gemeinschaft von Menschen, die sich für den Schutz der Alpen und anderer Gebirgslandschaften einsetzen, die Kindern und Jugendlichen das Abenteuer Natur näherbringen, und die füreinander da sind – ob in unserem Kletterzentrum, auf der Hütte oder auf einem ausgesetzten Grat.

In 40 Jahren hat sich viel verändert. Das Material wurde modernisiert, die Sicherungstechniken weiterentwickelt, das Klettern wurde olympisch. Aber eines ist gleich geblieben: unsere Leidenschaft.

Ein besonderer Dank gilt deshalb auch allen Ehrenamtlichen – ohne Euch würde unser Vereinsleben nicht funktionieren. Ihr investiert Zeit, Energie und manchmal auch starke Nerven. Und dafür möchte ich – auch im Namen aller Mitglieder – ganz herzlich Danke sagen.

Die Zukunft der Jakobswand sieht gut aus: Sie bleibt ein wichtiger Bestandteil unseres Vereinslebens und sie bleibt ein Ort, an dem Neues entstehen kann – neue Kurse, neue Projekte, neue Begeisterung.

Wenn wir am 13. September 2025 feiern, dann feiern wir deshalb auch die Zukunft unserer Sektion. Die Zukunft, die in unseren Jugendgruppen wächst, in neuen Ideen für klimafreundliches Bergsteigen, in offenen Türen für alle, die Teil unserer Gemeinschaft sein wollen – ganz gleich ob Anfänger oder erfahrene Bergfexe.

Lasst uns also feiern – nicht nur 40 Jahre Jakobswand, sondern 40 Jahre gelebte Kletterkultur in Weinheim und 20 Jahre Karola-Steig. Lasst uns auf die Vergangenheit stolz sein, die Gegenwart genießen und mit Zuversicht in die Zukunft blicken und lasst uns gemeinsam weitergehen – mit festen Schritten, offenen Herzen und einem klaren Blick auf das, was uns wichtig ist. Auf viele weitere Gipfel – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

Hoch die Karabiner, Berg heil – ein herzliches „Happy Birthday“, liebe Jakobswand mit Karola-Steig und auf eine lebendige Zukunft unserer Sektion Weinheim!

Alexander Weber
Vorstandsvorsitzender

Jubiläum: 40 Jahre Jakobswand und 20 Jahre Karolasteig

Hier der vollständige Text des Artikels von Alex Wenner, der am 25.08. in der Zeitung (Weinheimer Nachrichten) erschien:

Anfang des 20. Jahrhunderts fanden bergbegeisterte Aktive zusammen, um Sektionen innerhalb des Alpenvereins zu gründen. Die Vereine machten sich zur Aufgabe, die von britischen und einheimischen Bergpionieren bereits angegangene Erschliessung des Alpenraumes im goldenen Zeitalter des Alpinismus, auf breiter Ebene weiterzuführen. Die Bergwelt wurde zugänglich gemacht. Zu diesem Zweck gründeten im Januar 1906 sechzehn Weinheimer die DAV Sektion Weinheim. Unter dem Vorsitz von August Walliser wurde der Grundstein für die später rege Vereinsarbeit gelegt.

Odenwaldwanderungen, Fahrten in die Alpen, Lichtbildervorträge und eine erste Bücherei mit Literatur zum Bergsteigen wurden organisiert. Treffen fanden im Cafe Rheingold statt. In den zwanziger Jahren ist der Alpenraum bereits erschlossen und weiterführende Ziele der Sektion Weinheim wurden neu formuliert. Erstmals warnt Professor Rohrschneider, der als Vorstand mehr als 25 Jahre den Verein prägte, vor den Gefahren der Übererschliessung des Alpenraumes, ökologische und geologische Erkenntnisse hatte man bereits vertieft.

Nach dem zweiten Weltkrieg suchte Anna Fischer, viele Jahre Schriftführerin des Vorstandes, frühere Mitglieder persönlich auf, um das Vereinsleben zu reaktivieren. Kletterausfahrten zum Hohenstein und in die Pfalz wurden ab 1955 organisiert. 233 Mitglieder zählt der Verein 1967.

Zeitsprung ins Jahr 1976. Ernst Henning übernimmt den Vorstandsposten. Mittlerweile zählt der Verein mehr als 1000 Mitglieder. Die folgende Ära wurde geprägt durch Innovationen, aber auch durch Herausforderungen. Der vom Schuster mit Manchon besohlte Schuh wich dem industriell gefertigten Kletterschuh. Mit verbesserter Hardware und modernen Trainingsmethoden wurde schwerer geklettert, das Freiklettern hielt Einzug in die Kletterwelt. Bergsteiger, Kletterer, Tourengeher, Wanderer, Senioren und Jugend unter einem Dach der Sektion, wurde zum Ort der Begegnung. Man traf sich mittlerweile im Hotel Karlsberg aufgrund der Räumlichkeiten. Ausbildungen zum Eisklettern & Bergsteigen, Kletterfahrten in die Alpen und nach Südamerika, aber auch Klettertreffs in Schriesheim hatten sich etabliert, allerdings war der nahe Steinbruch in „Schriese“ von einer Sperrung bedroht. Ernst suchte daraufhin um Weinheim nach einem passenden Gelände, um die Angebote des Vereins effektiv auszuüben.
Nach intensiven Verhandlungen gelang es Henning mit dem Bauunternehmen Hördt einen Pachtvertrag abzuschliessen im Birkenauer Tal, dessen Steinbruch nur noch als deren Lagerplatz genutzt wurde, die Steinbrucharbeiten waren eingestellt. Die Freude über den nun „eigenen“ Steinbruch mobilisierte viele Mitglieder zum Helfen. Hans Stumpf, der spätere Geländewart und Hans Walter engagierten sich und koordinierten die Einsätze an der Wand. Den ganzen Winter 1984 hindurch wurde das total verwilderte Areal aufgeräumt, abgeräumt, die alten Barracken der Steinbruchmitarbeiter abgerissen und neue Klettertouren eingebohrt. O-Ton Walter: „Wir saßen um das Feuer in den Pausen und an manchen Tagen erschienen Mitglieder, die ich vorher noch nie, und danach nie wieder gesehen habe“. Bereits im April 1985 konnte der Klettergarten eingeweiht werden bei einer grossen Eröffnungsfeier.

Der ehemalige Steinbruch erhielt den Namen Jakobswand, benannt nach dem Gründer des Bauunternehmens Hördt und erste Klettertouren wie der Touristenweg, eine Mehrseillängentour von Hans Walter konnte geklettert werden. 1986 wurde die heute stehende Jakobshütte in Angriff genommen. Ein Coup gelang Henning mit dem Kauf des angrenzenden Grundstücks: 1988 stürzte ein Teil der Begrenzungsmauer zur B38 ein. Henning: “ Für die Firma Hördt war das eine teure Überraschung“. Für den DAV Weinheim allerdings ein Glücksfall. Unter dem Druck der erheblichen Kosten entschloss sich die Firma Hördt zum Verkauf des gepachteten Grundstücks, das heutige DAV Kletterzentrum ist seitdem Eigentum des DAV.

Die folgenden Jahre galten der weiteren Gestaltung. Anfang 2000 kaufte der DAV weiteres Gelände, unter Leitung von Hans Henninger, den heutigen wichtigen Parkplatz am Eingang des DAV Kletterzentrums. 2025 zählt der Verein mehr als 3000 Mitglieder. Heute fühlt man sich unter der Jakobswand wie einem fantastisch schön angelegten Garten. Kletterer am neuen Kletterturm, der 2023 fertig gestellt wurde, an der Jakobswand und Klettersteiggeher genießen die Wand und jeden Sommer wird groß das Sommerfest des DAV gefeiert, 2025 wird es ein Spätsommerfest sein. Der im Juni geplante Termin musste wegen eines instabilen Blocks im Sektor Touristenweg an der Jakobswand verschoben werden. Die Felssicherungsmaßnahmen dauerten bis in den August an.

Der DAV Weinheim lädt Besucher, ob Kletterer oder Nicht-, zum Fest am Samstag, den 13.09. 2025 ein. Zwei Jubiläen gibt es zu feiern. 40 Jahre Jakobswand und 20 Jahre Karola-Steig, der als schwerster Klettersteig nördlich der Alpen gewertet wird. Los gehts um 12 Uhr, ein Programm wird es auch geben. Alle interessierten Besucher dürfen kostenlos auf dem Gelände der Jakobswand in der Birkenauer Talstrasse 99 in Weinheim klettern. Anfänger und Kinder werden von ehrenamtlichen Helfern beim Klettern am Turm oder in der Felswand betreut und angeleitet. Für das leibliche Wohl sorgen Mitglieder der Deutsch-Ukrainischen-Gesellschaft.

Bitte vormerken: Am 6. November 25 kommt der Extrem- und Profibergsteiger Ralf Dujmovits mit seinem Vortrag – Alle 14 Achtausender- 19:30 Uhr ins Moderne Theater nach Weinheim. Karten können bereits jetzt in der Geschäftsstelle des DAV und bei Diesbach Medien gekauft werden, als auch beim Sommerfest.

Text: Alex Wenner
Fotos: Hans Stumpf, Wolfgang Pluschke & Alex Wenner

Monatswanderung September am 07.09.

Heidelberg: Über den Philosophen-Weg auf den Heiligenberg – eine Rundwanderung mit vielen historisch interessanten Zwischenzielen

Treffpunkt um 9:00 Uhr, Parkplatz Denn‘s BioMarkt,gegenüber dem Alten OEG-Bahnhof, Weinheim

Um 9:13 Uhr fahren wir mit der OEG nach Heidelberg-Neuenheim, Haltestelle Brückenstraße. Bitte Fahrkarten individuell besorgen.

Abschlusseinkehr:  Ruderklub-Restaurant „Zum Achter“ in Heidelberg,

Neuenheimer Landstr. 3A, ca. 15:30 Uhr.

Die Wanderung führt Elisabeth Schneider, Tel. 0157 841 99 201.

Gäste sind sehr herzlich willkommen.

Länge ca. 16 km, Aufstieg/Abstieg 580 hm, Anforderung: mittelschwer, mehrere teils steilere Anstiege. Festes Schuhwerk ist nötig, Wanderstöcke sind empfehlenswert.

Tourverlauf: wir wandern auf dem Philosophenweg und dann ins Mausbachtal. Dort steigen wir zum Stickelsplatz hinauf. Weiterhin führt uns der Weg am Buchbrunnen und am Turnerbrunnen vorbei zum Zollstock hinauf. Über die interessante Höhepunkte Michaelskloster, Thingstätte und Heidenloch, gehen wir abwärts, um bei der Eichendorff-Anlage zurück zum Philosophenweg zu kommen. Auf bekanntem Weg gehen wir hinunter zur Neuenheimer Landstraße, wo wir im Restaurant des Ruderklubs zum Abschlussrast angemeldet sind.

Highlights der Wanderung:

Der Heiligenberg, 439 m hoher Berg, befindet sich am Westrand des Odenwaldes, in der Nähe von den beiden Heidelberger Stadtteilen Neuenheim und Handschuhsheim. Dank der exponierten Lage ermöglicht einen weiten Rundblick in die Umgebung. Der Heiligenberg ist nach dem auf der anderen Seite des Neckars stehenden Königstuhl (570,3 m) der niedrigere der beiden Hausberge Heidelbergs.

Der Heiligenberg war seit der Urgeschichte wiederholt ein menschlicher Siedlungsplatz: in der Eisenzeit als Ort einer keltischen Großsiedlung (Oppidum); in römischer Zeit als Standort eines Heiligtums. Im Frühmittelalter entstand auf dem Hauptgipfel ein Königshof. Diesem folgten später im Mittelalter zwei Klöster, das Michaelskloster und das auf dem Vorgipfel gelegene Stephanskloster. In der Neuzeit blieb der Heiligenberg weitgehend ungenutzt, abgesehen von der Zeit des Nationalsozialismus, als der NS-Staat die Thingstätte als ideologisch aufgeladenen Veranstaltungsplatz errichtete.

Das Michaelskloster auf dem Heidelberger Heiligenberg wurde als Filialkloster des Klosters Lorsch im 9. Jahrhundert an der Stelle einer alten Kultstätte gegründet. Von der im 16. Jahrhundert aufgegebenen Anlage sind Fundamentreste sowie zwei unterschiedlich hohe Türme erhalten.

Das Heidenloch ist ein 55 Meter tiefer historischer Schacht mit einem Durchmesser zwischen drei und vier Metern auf dem Heidelberger Heiligenberg. Er befindet sich wenige Meter westlich des Aussichtsturms an der Straße zum Heiligenberg. Der Schacht ist bereits seit der frühen Neuzeit eine häufig beschriebene Attraktion. Er war lange Zeit von einem Gewölbe übermauert und vergittert. 1936 wurde der Schacht geöffnet und von Mitarbeitern des Kurpfälzischen Museums erstmals eingehend erforscht. 1987 wurde eine Schutzhütte über dem freigelegten Schacht errichtet.